In Hamburg marschieren Islamisten und fordern offen das Kalifat. Am 27. Oktober versammelten sich nach Polizeiangaben rund 1100 Personen, überwiegend junge Männer, am Steindamm im Stadtteil St. Georg zu einer Kundgebung der als extremistisch eingestuften Gruppierung Muslim Interaktiv.
Protest für den Gottesstaat
Die Teilnehmer trugen Schilder mit den Aufschriften „Kalifat ist die Lösung“ und „Deutschland = Wertediktatur“. Immer wieder erklangen Rufe wie „Allahu Akbar“. Die Gruppe steht ideologisch der 2003 verbotenen Hizb ut-Tahrir nahe und strebt nach einem Kalifat auf Basis der Scharia an. Die Polizei sicherte die Veranstaltung mit einem Großaufgebot; Zwischenfälle blieben nach Behördenangaben aus.
Altparteien reagieren mit Sonntagsreden
Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) nannte das Schaulaufen „unerträglich“ und sagte, es widere ihn an. Die CDU-Opposition um Dennis Thering forderte härteres Vorgehen gegen solche Machtdemonstrationen. Im November 2025 verbot Bundesinnenminister Alexander Dobrindt die Gruppierung bundesweit, weil sie sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung richte. Die Bilder von den Hamburger Straßen bleiben jedoch ein deutliches Zeichen dafür, wie offen solche Forderungen in deutschen Städten geäußert wurden.