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Audi plant sein erstes eigenes Werk in den Vereinigten Staaten, weil dort noch Autos gebaut werden können, wie es das Unternehmen am besten kann.

Audi plant sein erstes eigenes Werk in den Vereinigten Staaten, weil dort noch Autos gebaut werden können, wie es das Unternehmen am besten kann.

Krokodilstränen: Deutschland empört über Audis Produktions-Verlagerung in den USA

Rund vier Milliarden Dollar, etwa 4.500 Arbeitsplätze und eine jährliche Produktionskapazität von 200.000 Fahrzeugen: Mit diesen Größenordnungen soll Audi im US-Bundesstaat Georgia einen neuen Produktionsstandort aufbauen.

Volle Produktion ab 2031

Geplant sind große Premium-SUVs für den nordamerikanischen Markt. Die Regierung Georgias nennt Erdarbeiten ab 2027, den eigentlichen Fabrikbau ab 2028 und die volle Produktion 2031.

Die Zustimmung der zuständigen Konzerngremien steht allerdings noch aus. Jetzt will die bundesdeutsche Politik intervenieren.

Empörung über Auftritt bei Trump

Besonders empört sind Politiker und Gewerkschafter darüber, dass Audi-Chef Gernot Döllner die Milliardeninvestition gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung des Republikaners präsentiert hatte.

Die SPD-Verkehrspolitikerin Isabel Cademartori bezeichnete Döllners Auftritt als „Schande“ und „neuen Tiefpunkt für den VW-Konzern“.

Drohungen von der SPD

Die Linken interessiert vor allem der Umgang mit Trump – nicht die Hintergründe, warum Audi den Schritt in die Vereinigten Staaten setzt: Energiepreise, Bürokratie und politische Gängelungen in der Bundesrepublik.

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, SPD und Mitglied des VW-Aufsichtsrats, formuliert die Bedingung: „Wachstum in Amerika muss Arbeit und Wertschöpfung hier sichern und darf sie nicht verdrängen.“

Özdemir mit der Gretchenfrage

Inhaltliche Kritik kommt von den Grünen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) fordert eine Perspektive für die deutschen Standorte: „Wer viel Geld in Georgia investiert, muss auch sagen, wie es in Neckarsulm weitergehen kann.“ Und er spricht die Gretchenfrage aus:

Gleichzeitig müssen wir uns in Deutschland fragen, warum Milliardeninvestitionen in den USA attraktiver sind als bei uns.

Empörung ersetzt keine Standortpolitik

Obwohl Döllner die Investition damit begründet, das bisher nicht rentable US-Geschäft zu verbessern und die Zollschwierigkeiten zu umgehen, ist auch klar, dass die europäische Politik eine Industrie schwächt, deren besondere Stärke lange beim Verbrennungsmotor lag. In Verantwortung gegenüber dem Unternehmen handelte Döllner – und verlässt Deutschland.

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