Der AfD gelang bei der Wahl des Vizepräsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses ein überraschender Achtungserfolg.
40 statt 29 Stimmen
Bei dieser Wahl stellte die AfD den Abgeordneten Martin Trefzer als Kandidaten auf. Trefzer wurde zwar nicht gewählt, erhielt aber 40 Stimmen, obwohl die AfD nur 29 Abgeordnete hat. Entsprechend erfreut zeigte sich der AfD-Kandidat und verkündete: „Ich bin total happy mit dem Ergebnis“.
Die grüne Abgeordnete Elina Schumacher war alles andere als begeistert. Sie erklärte, der Kandidat der AfD habe „einfach elf Stimmen zu viel“ bekommen. Dann behauptete sie, es wären Stimmen aus der CDU und damit „ein Drittel der CDU‑Fraktion“ gewesen. Die Brandmauer sehe sie bei der CDU „gerade nicht am stabil sein“. Für die Grüne ist dieser demokratische Vorgang ein „Riesenskandal“.
Brinker lobt seine Kompetenz und Erfahrung
Trefzer geht ebenfalls davon aus, dass er von CDU-Politikern mitgewählt wurde. Er sagt, er habe einige CDU-Politiker davon überzeugt, zumindest nicht mit Nein zu stimmen. „Man sieht ganz klar, dass die Brandmauer bröckelt an der Stelle“, erklärte er. Dass er 40 statt 29 Stimmen bekommen hat, ist ein ganz klarer Achtungserfolg für die AfD in Berlin, mit dem auch Parteichefin Kristin Brinker zufrieden sein kann.
Nachdem er jedoch nicht gewählt wurde, erklärte Brinker, es sei bedauerlich, dass er das Amt nicht erhalten habe. Sie lobte seine Umsicht, seinen Intellekt sowie den nötigen Respekt vor dem Amt. Vor der Wahl hatte sie ihn als einen „kompetenten und erfahrenen Kandidaten“, der bereits von 2016 bis 2021 dem Präsidium des Abgeordnetenhauses angehörte, gelobt. Sie forderte die anderen Fraktionen auf, ihn nach seiner Eignung statt nach seiner Parteizugehörigkeit zu beurteilen, und argumentierte, das Wahlergebnis vom 20. September 2026 müsse sich in der Besetzung des Präsidiums widerspiegeln. Brinkers Argumentation sowie Trefzers persönlichem Engagement dürften die Stimmen zu verdanken sein, über die sich nun Grüne und Mainstream-Medien so schön ärgern.