Vor vier Wochen hat Berlin gewählt und die linken Parteien gestärkt. Das gibt zu denken – vor allem den Ordnungshütern.
Polizisten flüchten regelrecht
Nach einer Recherche von FOCUS online haben seit der Abgeordnetenhauswahl mindestens 72 Hauptstadtpolizisten einen Wechsel in ein anderes Bundesland angefragt oder beantragt. Zum Vergleich: 2025 wurden insgesamt 22 Versetzungen in andere Bundesländer vollzogen, 2024 waren es 36.
Die Gewerkschaft der Polizei warnt vor den langfristigen Folgen. Während die Linke den Polizeiapparat umgestalten will, wittern andere Länder ihre Chance auf erfahrene Beamte.
Baden-Württemberg wirbt – und findet Interessenten
Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel und sein Brandenburger Amtskollege Jan Redmann (beide CDU) hatten nach der Wahl öffentlich um Personal beziehungsweise Polizeinachwuchs geworben.
58 Berliner Beamte hätten demnach Interesse an einem Wechsel nach Baden-Württemberg gezeigt, zehn interessierten sich für Bayern, drei für Thüringen und einer für Bremen.
ACAB hat seinen Preis
„Die immer weitere, teure Aufrüstung der Polizei wollen wir stoppen und die Mittel umverteilen“, hat die Linke in ihrem Wahlprogramm versprochen. Auch Brennpunkt- und Präsenzeinheiten sowie Waffenverbotszonen stehen in ihrer Kritik.
Allerdings sollen in den Sondierungen mit SPD und Grünen ein Personalabbau bei der Polizei bereits ausgeschlossen worden sein. Denn in Berlin feiert die Kriminalität fröhliche Urständ. Zukünftig mit weniger Polizisten.