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Steigende Gaspreise bringen der lange verteufelten Kohle ein Comeback.

Steigende Gaspreise bringen der lange verteufelten Kohle ein Comeback.

Kohle statt Gas: Die Welt steuert auf einen neuen Rekord zu

Weltweit könnten 2026 rund 8,94 Milliarden Tonnen Kohle verbraucht werden – 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit würde die Nachfrage erneut einen Höchststand erreichen.

Gas wird teuer, Kohle attraktiver

Das ist eine Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA). Für 2025 beziffert sie den weltweiten Verbrauch auf 8,84 Milliarden Tonnen – ebenfalls ein Rekord. Noch im Dezember hatte die IEA für 2026 einen leichten Rückgang erwartet. Die Energiekrise im Nahen Osten und Wetterfaktoren haben diese Einschätzung verändert.

Durch die Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus sind LNG-Lieferungen zurückgegangen. Das hat Erdgas verteuert. Wo Gaskraftwerke und freie Kohlekraftwerkskapazitäten vorhanden sind, wird dadurch häufiger Strom aus Kohle erzeugt. Laut IEA ist dieser Effekt unter anderem in China, Japan, Südkorea und Europa zu beobachten.

Geringere Energie aus Wasserkraft

Hinzu kommt das Wetter: In Teilen Asiens erhöht Hitze den Strombedarf für Kühlung, während geringere Wasserkrafterzeugung andere Energiequellen stärker beansprucht. Für Indien erwartet die IEA 2026 einen Anstieg der Kohlenachfrage um 4,2 Prozent. Auch in Südkorea rechnet sie mit einem deutlichen Plus.

Österreich spürt den Druck auf dem Gasmarkt

Für österreichische Haushalte und Betriebe ist vor allem der europäische Gasmarkt entscheidend. Der Preis für Erdgas ist seit März 2026 stark gestiegen.

Österreich, das früher günstiges Gas aus Russland bezog, erhält Gas inzwischen verstärkt über Leitungen aus der Bundesrepublik Deutschland und Italien. Und das ist sehr viel teurer – bewusst von der Regierung und Brüssel erzeugt.

Große Speicher, teure Befüllung

Österreich verfügt über Gasspeicher mit einer Kapazität von 101,6 Terawattstunden. Die staatliche strategische Reserve umfasst 20 Terawattstunden; sie ist Teil der gespeicherten Mengen und für einen Versorgungsnotfall vorgesehen.

Am zuletzt ausdrücklich datierten Stichtag auf der Ministeriumsseite, dem 23. August 2026, waren insgesamt 65,4 Terawattstunden eingespeichert. Das entsprach einem Füllstand von 65 Prozent und lag über dem damals angegebenen EU-Durchschnitt von 62 Prozent.

Winter wird teuer

Die Speicher helfen, Lieferunterbrechungen abzufedern. Der hohe Gaspreis erschwert allerdings ihre Befüllung für den Winter.

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