Teures Flüssiggas zu importieren löst die Probleme der europäischen Wirtschaft nicht, auch die explodierten Energiekosten treffen den Wirtschaftsstandort hart – das erklärt FPÖ-EU-Mandatarin Petra Steger.

21. August 2026 / 14:05 Uhr

Strom und Gas als Standortkiller: Europa verliert Fabriken, China und Amerika lachen

Europa verliert seine Industrie – zu diesem klaren Schluss kommt die freiheitliche EU-Mandatarin Petra Steger in ihrer Kolumne im Exxpress. Nicht durch Zufall komme es zum wirtschaftlichen Niedergang, sondern durch Preise, die kein Hochofen und keine Chemiefabrik auf Dauer aushalte. Steger erklärt: Energieintensive Unternehmen in der EU zahlten 2025 für Strom mehr als doppelt so viel wie ihre Konkurrenten in den USA und fast 50 Prozent mehr als Betriebe in China. Gas kostete Industriekunden seit 2022 im Mittel fünfmal so viel wie in den Vereinigten Staaten.

Messbare Folgen statt Sonntagsreden

Laut EZB könne ein dauerhafter Strompreisanstieg um zehn Prozent bis zu zwei Prozent der Arbeitsplätze in energieintensiven Sektoren kosten. Steger präsentiert die Zahlen: Im Mai 2026 lag die Industrieproduktion im Euroraum 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zugleich lagen die industriellen Energiepreise Ende 2025 um 66,3 Prozent über dem Niveau von Januar 2021. Wo Energie günstig verfügbar sei, entstünden Fabriken und Arbeitsplätze. Wo sie knapp und teuer sei, würden Unternehmen weniger investieren, verlagern oder zusperren.

Brüssel verschärft statt zu entlasten

Man könnte erwarten, dass die EU-Kommission heimische Förderung ermöglicht, Kraftwerke sichert und Abgaben senkt, so Steger. Stattdessen: Klimaziele würden verschärft, Heizen und Autofahren über den Emissionshandel verteuert, neue Russlandsanktionen vorangetrieben. Wenn Russland seine Rohstoffe nach Asien verkaufe und Europa teures Flüssiggas einkaufe, sei weder der Krieg beendet noch die Wirtschaft gestärkt.

Zuerst verteuere die Kommission Energie politisch. Dann fließe ein Teil des Geldes als Subventionen zurück, und Brüssel erklärt sich zum Retter der Industrie.

Pragmatismus statt Ideologie

Eine vernünftige Energiepolitik müsste den entgegengesetzten Weg gehen: Jede verlässlich verfügbare Quelle nutzen. Gas dort kaufen, wo es zu tragfähigen Preisen da ist. Kohle nicht abschalten, bevor Ersatz steht. Bestehende Kraftwerke und Netze erhalten, neue Kapazitäten nach Preis und Versorgungssicherheit planen. CO₂-Abgaben und Emissionshandel würden auf den Prüfstand gehören.

Ohne günstige Energie gebe es keine starke Industrie, befindet Steger. Ohne starke Industrie keine Arbeitsplätze. Ohne diese Arbeitsplätze weder Wohlstand noch einen finanzierbaren Sozialstaat. Europa stehe vor der Entscheidung: produzierender Kontinent bleiben – oder klimaneutrales Freilichtmuseum seiner Vergangenheit werden.

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