Ein Sturmgewehr, 13 Pistolen, mehr als 700 Schuss, ein Bekennervideo und ein Waffenkoffer in einem Wiener Lager: Die Hamas hatte den Jahrestag des 7. Oktober als Termin gewählt.

13. September 2026 / 15:15 Uhr

Hamas-Terror: Blutbad in Berlin und Wien konnten nur knapp verhindert werden

Nur sechs Tage vor dem anvisierten Termin packen Spezialeinheiten im Hinterhof der Turmstraße in Berlin-Moabit zu. Drei Männer sollen ein Arsenal übergeben – und werden festgenommen. Was dort endet, führt nach Angaben der Ermittler geradewegs nach Wien.

Anklage zum Jahrestag

Am 8. September 2026 hat die Bundesanwaltschaft vor dem Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin Anklage gegen sieben mutmaßliche Hamas-Mitglieder erhoben. Allen wirft sie Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Die Männer sitzen in Untersuchungshaft.

Laut Behörde plante die Hamas spätestens seit Juli 2025 einen Mordanschlag in Deutschland oder Österreich auf „Repräsentanten Israels, Menschen jüdischen Glaubens oder pro-israelisch eingestellte Personen“ – „in unmittelbarer zeitlicher Nähe“ zum zweiten Jahrestag des Überfalls vom 7. Oktober 2023. Aus der 214-seitigen Anklageschrift, über die unter anderem die Welt berichtet, geht hervor, dass Berlin und Wien als koordinierte Ziele galten: israelische Diplomaten, jüdische Gemeindezentren, pro-israelische Demonstrationen.

Waffen in Wien, Waffen in Berlin

Beim Zugriff am 1. Oktober 2025 hatte die Gruppe nach Angaben der Ankläger bereits ein vollautomatisches Gewehr, 13 Pistolen und über 700 Schuss Munition beisammen. Im Berliner Hinterhof sicherten Einsatzkräfte laut Berichten über die Anklageschrift ein Sturmgewehr vom Typ Crvena Zastava, acht Glock-Pistolen und mehr als 600 Schuss. Ein Teil des Arsenals wanderte weiter nach Wien.

Dort hob die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) im November 2025 in einem angemieteten Lagerraum fünf Faustfeuerwaffen und zehn Magazine aus. Die DSN rechnete das Depot „auslandsoperativen Strukturen“ der Hamas zu. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) sagte damals: „Der Auftrag ist klar: null Toleranz gegenüber Terroristen.“ Der mutmaßliche Transporteur Mohammed A. war am 3. November 2025 in London festgenommen worden. Seine Auslieferung nach Deutschland steht aus. Der Mossad identifizierte ihn als Sohn des Hamas-Funktionärs Bassem Naim.

Video schon im Kasten

Mohammed A. kommt in der Anklage eine herausgehobene Rolle zu. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, an die Hamas-Führung angebunden gewesen zu sein, Waffen nach Wien geschafft und vorab ein Bekennervideo erstellt zu haben. Generalbundesanwalt Jens Rommel bestätigte die Sicherstellung eines solchen Films: Darin sei ein Anschlag um den zweiten Jahrestag angekündigt worden. Nach Medienberichten entstand die Aufnahme am 7. August 2025 in Wien, maskiert vor einer Hamas-Flagge, im Namen der Qassam-Brigaden.

Die Waffen liefen über getrennte Wege. Ein Strang führte den Ermittlungen zufolge von Dänemark über Berlin nach Wien, der zweite endete im Berliner Hinterhof. Europa war für die Hamas damit kein bloßer Spendenraum mehr, sondern Operationsgebiet mit Depot und Termin.

V-Mann besorgte Munition

Unter den Angeklagten ist der bulgarische Staatsangehörige Mohammad S. besonders brisant. Nach Recherchen der Welt und der Zeit war er zur Tatzeit Vertrauensperson des Bundesamts für Verfassungsschutz – und soll zugleich Ersatzmunition für die Zelle besorgt haben. Dem BfV gegenüber spielte er seine Rolle den Berichten zufolge herunter. Die Behörde räumte ein, S. als Quelle geführt, ihn aber nicht im Anschlagsplan gesteuert zu haben. S. sitzt seit Januar 2026 in Haft.

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