Die Europäische Investitionsbank (EIB) finanziert den Ausbau eines Chipwerks in Malaysia mit 250 Millionen Dollar – ein klarer Widerspruch zur vielbeschworenen Stärkung der europäischen Industrie.
250 Millionen Dollar für ein Werk bei Kuala Lumpur
Die Finanzierung für NXP Semiconductors wurde am 13. Oktober 2026 von der EIB bekanntgegeben. Das Geld soll den Ausbau eines bestehenden Standorts nahe Kuala Lumpur ermöglichen, an dem Chips montiert, verpackt und getestet werden. Laut EIB sollen bis zur geplanten Fertigstellung im Jahr 2030 mehr als 1.000 Arbeitsplätze in Malaysia entstehen.
Darin sieht unter anderem der freiheitliche EU-Mandatar Georg Mayer den Widerspruch: Brüssel spreche von strategischer Autonomie und europäischer Präferenz, unterstütze mit öffentlichen Finanzierungsinstrumenten aber zugleich zusätzliche Produktionskapazitäten in Asien. Die EIB begründet das Projekt mit der Stärkung von Lieferketten für europäische Industrien und der Diversifizierung der globalen Produktion von NXP.
Intel-Aus in Magdeburg verschärft die Debatte
Mayer verweist auf das gescheiterte Intel-Vorhaben im deutschen Magdeburg. Intel sagte die geplante Chipfabrik 2025 ab; die Stadt bestätigte die Entscheidung und kündigte Gespräche über den Rückkauf der für das Projekt vorgesehenen Flächen an.
Für Mayer passt es deshalb nicht zusammen, wenn Europa seine Abhängigkeit bei Schlüsseltechnologien beklagt und gleichzeitig ein Projekt fördert, dessen neue Arbeitsplätze in Malaysia entstehen sollen. Er fordert, Investitionen und Wertschöpfung stärker auf Europa auszurichten.
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