Die letzte ARD-Umfrage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schlägt ein wie ein Hammer: Die AfD kommt auf 42 Prozent, die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze nur noch auf 22. Zwanzig Punkte Abstand, elf Tage vor dem Wahltag am 6. September.
Ausmaß des AfD-Sieges noch offen
Infratest dimap hat dafür am 24. und 25. August 1.511 Wahlberechtigte im Bundesland befragt. Es ist ausdrücklich keine finale Prognose. Elf Prozent sagen, ihre Entscheidung könne sich noch ändern, 19 Prozent sind unentschlossen oder neigen zur Nichtwahl. Trotzdem ist die Richtung unübersehbar: Die AfD würde ihr Ergebnis von 2021 (20,8 Prozent) verdoppeln und das bisher beste Landtagsergebnis der Partei einfahren. Die CDU sackt gegenüber Juli um zwei Punkte ab – auf den tiefsten Stand, den das Institut im Bundesland je gemessen hat. 2021, noch unter Ministerpräsident Reiner Haseloff, holte sie 37,1 Prozent.
AfD vorn, der Rest im Keller
Hinter den beiden Blöcken folgt die Linke mit elf Prozent (minus zwei), die SPD mit acht Prozent (plus einen Prozentpunkt) und die Grünen mit sechs Prozent (ebenfalls plus eins). Das BSW (vier Prozent) und die FDP (drei Prozent) würden den Einzug in den Landtag verfehlen. Die derzeitige Koalition aus CDU, SPD und FDP wäre damit am Ende. Schulze sitzt erst seit dem 28. Januar 2026 im Amt, nachdem Haseloff vorzeitig abgetreten war. Die Zufriedenheitswerte sind ernüchternd: 30 Prozent stellen dem Regierungschef ein positives Zeugnis aus, 46 Prozent sind unzufrieden. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund kommt hingegen auf 37 Prozent Zustimmung.
Siegmund will allein, die anderen wollen ihn nicht
Im MDR-Duell “Fakt ist!” am 26. August ließ Siegmund keinen Zweifel: Er will allein regieren:
Wir werden die Geschichte schreiben. So oder so, die Zukunft ist die AfD in Deutschland.
Einen Wahlsieg bezeichnete er als erste Stufe für eine Veränderung in ganz Deutschland. Die übrigen Parteien schließen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus.
Verliererkoalition als Alternative?
Für Schulze würde das im Falle einer verpassten absoluten AfD-Mehrheit bedeuten: ohne AfD nur mit allen übrigen Landtagsparteien, also auch mit der Linken. Genau das lehnt eine Mehrheit der Befragten ab. 59 Prozent wollen keine CDU-geführte Regierung, die von der Linken gestützt wird, 32 Prozent fänden das akzeptabel. In der CDU selbst gilt weiter der Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber AfD und Linke. Die eigenen Anhänger sind gespalten: Je 47 Prozent befürworten oder lehnen eine Zusammenarbeit mit der Linken ab. Schulze ließ im TV-Duell offen, wie er nach der Wahl Mehrheiten suchen würde.
