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Die Partei, die jahrzehntelang auf die Älteren setzte, scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde.

Die Partei, die jahrzehntelang auf die Älteren setzte, scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde.

Nicht einmal die Ältesten wählen CDU: Wie die Christdemokraten die letzte Wählerbastion verlieren

Nicht einmal die Rentner halten die CDU im Landtag. Unter den über 60-Jährigen kommt die Union in Mecklenburg-Vorpommern laut Forschungsgruppe Wahlen nur noch auf sechs Prozent. Die SPD holt in dieser Gruppe 47 Prozent, die AfD 32. Die letzte Bastion der Christdemokraten ist somit geräumt.

AfD siegt, CDU fliegt

Laut vorläufigem Ergebnis der Landeswahlleitung gewinnt die AfD die Landtagswahl vom 20. September mit 38,2 Prozent und 32 Sitzen. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig folgt mit 35,5 Prozent und 29 Mandaten. Linke und Grüne ziehen mit 6,5 und 5,7 Prozent ein, je fünf Sitze. Die CDU bleibt mit 4,9 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde – zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik bei einer Landtagswahl. Das BSW scheitert mit 4,8 Prozent, die FDP mit 1,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 78,1 Prozent.

Ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen hätte 39 der 71 Sitze. Die AfD wäre alleinige Opposition. Eine Zusammenarbeit mit ihr haben die übrigen Parteien ausgeschlossen.

Bei den Alten SPD, in der Mitte AfD

Was die SPD vor einem tieferen Einbruch bewahrt, sind die Ältesten. Infratest dimap für die ARD sieht bei den über 70-Jährigen 52 Prozent für die SPD und 26 Prozent für die AfD. Schon bei den 60- bis 69-Jährigen liegt die AfD demnach bei 41 Prozent.

In den übrigen Gruppen führt die AfD klar. Laut Forschungsgruppe Wahlen kommt sie bei den unter 30-Jährigen auf 37 Prozent, die SPD auf 22, die CDU auf zwei. Bei den 30- bis 44-Jährigen steht die AfD bei 43 Prozent, bei den 45- bis 59-Jährigen bei 45. Unter Frauen weist eine ZDF-Grafik der Forschungsgruppe Wahlen die CDU mit vier Prozent aus, die SPD mit 39, die AfD mit 33. Bei den Männern führt die AfD mit 44 zu 31 Prozent vor der SPD.

Die Union verliert in jeder Altersgruppe. Sechs Prozent bei den über 60-Jährigen reichen nicht, um sie über die Hürde zu heben.

Merz spricht von Desaster und bleibt im Amt

Bundeskanzler Friedrich Merz hielt im Konrad-Adenauer-Haus seine Verliererrede: „Das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern können wir nicht schönreden. Es ist ein Desaster.“ Die CDU sei „zerrieben worden in der Zuspitzung zwischen SPD und AfD.“ Seinen Kurs ändert er nicht. „Die Reformen müssen kommen.“ Und: „Was jetzt zu tun ist, erfordert Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld. Ich werde das aufbringen als Parteivorsitzender der CDU und vor allem als Bundeskanzler unseres Landes.“

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