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Der Journalist Michael Fleischhacker argumentiert in seinem Kommentar bei ServusTV gegen die Verleugnung von realen Problemen.

Der Journalist Michael Fleischhacker argumentiert in seinem Kommentar bei ServusTV gegen die Verleugnung von realen Problemen.

Frankreich-Krawalle: Fleischhacker warnt vor dem „molekularen Bürgerkrieg“

In einem aktuellen Kommentar auf ServusTV nimmt Michael Fleischhacker Bezug auf die dramatischen Ereignisse in Frankreich.

Angst vor dem Bürgerkrieg

Das brennende Rathaus von Limoges und das gemeinsame Agieren von Linksextremen und Migranten wecken schwere Befürchtungen vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Fleischhacker verweist dabei auf das Konzept des „molekularen Bürgerkriegs“, wie es der deutsche Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger beschrieben hat – eine Form der Gewalt, bei der es nicht um politische Durchsetzung geht, sondern um „sinn- und hemmungslose einzelne Akte der Gewalt“. Fleischhacker wörtlich:

In Frankreich sieht man derzeit, was passiert, wenn der Staat nicht mehr kann. In Deutschland und Österreich sieht man, in welche Richtung es geht, wenn der Staat noch nicht will.

Strukturelle Mängel und das Phänomen Macron

Die Ursachen für die Entladung der Gewalt liegen laut dem Journalisten in einer Kette tiefgreifender Probleme. Neben einer traditionell harten Protestkultur leide das Land unter massiven Integrations- und Demografiedefiziten sowie einer enormen Schuldenlast, die das Potenzial habe, „die gesamte Eurozone zu gefährden“. Zudem verkörpere der scheidende Präsident Emmanuel Macron wie kein anderer „die Gleichzeitigkeit von großer Geste und minimaler Performance“.

Die große angekündigte Demonstration gegen die Kürzung der Uni-Budgets in Wien wird nicht mit brennenden Autos und geplünderten Geschäften enden. Die maßlose Übertreibung von Problemen ist auch nicht viel besser als ihre Verleugnung.

Warnungen vor Übertragbarkeit auf Wien und Berlin

Dass Zustände wie in Paris oder Limoges unmittelbar auf Berlin oder Wien übergreifen, hält Fleischhacker zwar für „unterkomplex“, er verweist jedoch auf jahrelange Fehler in der Migrationspolitik. Wien sei aber glücklicherweise nicht Paris; dennoch teile man einige der grundlegenden Schwierigkeiten. Deswegen plädiert Fleischhacker abschließend:

Es wird ja bekanntlich nie so schön, wie man hofft und auch selten so schlimm, wie man befürchtet. In Frankreich sieht man derzeit, was passiert, wenn der Staat nicht mehr kann. In Deutschland und Österreich sieht man, in welche Richtung es geht, wenn der Staat noch nicht will. Es wäre klug, nicht darauf zu warten, bis man auch nicht mehr kann.

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