Die SPD Bielefeld sorgt mit einer offiziellen Solidaritätsbekundung für erhebliche Diskussionen. Der SPD-Ortsverband stellte sich öffentlich hinter die Inhaberin der örtlichen „Panda-Apotheke“, die in sozialen Netzwerken wiederholt erklärt hatte, dass AfD-Wähler und -Sympathisanten in ihrem Geschäft unerwünscht seien. „Wir stehen an eurer Seite!“, erklärte die Partei auf Instagram und lobte das Vorgehen der Apothekerin als Einsatz für die Demokratie. Kritik an der pauschalen Diskriminierung von Kunden im medizinischen Versorgungssektor wies die Partei als „Hetze“ und „Hass“ zurück.
„Mögen tu ich euch trotzdem nicht“
Die Kontroverse nahm ihren Anfang, als die Inhaberin der Apotheke in einem Video Bürger aufforderte, ihr Geschäft und ihr Team zu meiden, wenn sie mit der AfD sympathisieren. Wer die Partei wähle, solle „gerne zur Konkurrenz gehen“. Nach massiver Kritik und einer Welle negativer Online-Bewertungen legte die Betreiberin nach. Zwar stellte sie klar, dass sie AfD-Wähler im Notfall zwar bedienen müsse und diese Medikamente erhielten, betonte jedoch erneut mit Nachdruck: „Aber mögen tu ich euch trotzdem nicht. Ihr seid halt einfach nicht willkommen.“
Fragwürdiges Verständnis von Grundversorgung und Demokratie
Der Vorgang wirft grundlegende Fragen bezüglich des Versorgungsauftrags und des Diskriminierungsverbots im Gesundheitswesen auf. Gesetzliche Bestimmungen und die ethischen Leitlinien von Heilberufen sehen grundsätzlich vor, dass die medizinische und pharmazeutische Versorgung der Bevölkerung weltanschaulich neutral und ohne Ansehen der Person zu erfolgen hat. Indem die SPD Bielefeld das Agieren der Apothekerin ausdrücklich unterstützt, befeuerte die Partei die Debatte darüber, wie weit die politische Polarisierung und die Ausgrenzung von Andersdenkenden im Alltag bereits fortgeschritten sind.