Bei einem Konzert Anfang September äußerte sich der amerikanische Rapper Macklemore zugunsten der Palästinenser.
Hochpolitischer Schneeballeffekt
Daraufhin wurde er vom Vorprogramm von Ed Sheerans US-Tournee gestrichen. Es folgte das pflichtschuldige Dementi, wobei der Musiker die gegen ihn erhobenen Antisemitismusvorwürfe zurückwies.
Damit endete die Auseinandersetzung jedoch nicht: Weitere Mitwirkende verließen die Tour aus Solidarität. Macklemore kündigte seinerseits eine eigene „Free Palestine“-Konzertreihe an.
Hetfield will Abstand zur Außenwelt
In diese aufgeheizte Debatte stieg auch Metallica-Sänger James Hetfield ein. Bei einem Konzert am vergangenen Samstag betonte er, Metallica wolle die Besucher nicht wie andere Unterhaltungskünstler für politische Beeinflussung zur Verfügung stellen.
Die Band stehe für Liebe, Energie und harte Musik; die Sorgen außerhalb der Halle sollten für einige Stunden zurücktreten.
Gemeinsam feiern trotz unterschiedlicher Überzeugungen
Zeitgleich verbreitete sich ein Konzertvideo von Mötley-Crüe-Bassist Nikki Sixx. Darin erklärte er, Republikaner und Demokraten – also Rechte und Linke – seien gleichermaßen auf seinen Konzerten willkommen.
Am Mittwoch schaltet sich Disturbed-Sänger David Draiman ein und lobte Metallica und Mötley Crüe auf X. Konzerte sollten Menschen zusammenführen und ihnen ermöglichen, äußere Konflikte vorübergehend auszublenden. Dabei verwies er darauf, diese Haltung selbst seit Jahren zu vertreten.
Alice Cooper zieht die Grenze bei Wahlempfehlungen
Direkt auf den Fall Sheeran und Macklemore angesprochen wurde Alice Cooper am vergangenen Sonntag. Springsteen, Sting und Bono habe er stets als humanitär engagierte Musiker betrachtet. Sobald Künstler jedoch erklärten, wen man wählen solle, wechselten sie aus seiner Sicht die Rolle.
Schon John Lennon habe ihn zu öffentlichem politischem Engagement bewegen wollen. Tat er nicht. Cooper sehe seine Aufgabe darin, Menschen zu unterhalten. Nicht mehr und nicht weniger.
Immer mehr Politisierung der Unterhaltungsmusik
Seit vielen Jahren wird die Musikbranche unter die politische Knute genommen. Wer nicht dem (linken) Zeitgeist huldigt, erhält keine Aufträge, keine Öffentlichkeit, ist raus.
Bekannte Beispiele sind Bruce Springsteen, Taylor Swift, Ariana Grande, Beyoncé, Harry Styles, Bono. Sie alle machen (linke) Politik von der Bühne aus. Umso erstaunlicher die jüngsten Entwicklungen, getrieben vom Bekenntnis zu Israel.