Chefredakteurin Marion Horn behauptete, in der Bild-Redaktion gäbe es inzwischen „keine Konferenz mehr, in der wir nicht hin und her diskutieren und sagen: Das hört sich jetzt an, als ob wir die AfD an der Macht haben wollten“.
Horn will „Haltung“ zeigen
Dann verkündete sie laut Nius, dass ihre „Haltung“ klar gegen die größte Oppositionspartei ausgerichtet sei. „In meinem Büro hängt ein Poster“ und da „zieht so ein Sportflugzeug eine Werbung hinter sich her. Darauf steht: ‚Fuck AfD‘. Das ist meine Haltung.“ Die Bild-Zeitung sei „klar in dem, was wir sagen, was unser Anspruch und was unsere Haltung ist, und gleichzeitig sind wir natürlich auch verunsichert“. Die Vorsitzende der Chefredaktionen der Bild-Gruppe lehnte es in dem Interview auch ab, „dass es auch nur ein Foto von mir mit Frau Weidel gibt“. Sie stellte sich die Frage, ob „das unjournalistisch“ sei. Ihre Antwort: „Leider ja.“
Auf die Frage, ob sich die Bild eine Positionierung gegen die AfD leisten könne, antwortete Horn: „Wir wissen aus Befragungen, dass sich unsere Leser auch im Digitalen fast paritätisch zwischen Schwarz und Rot aufteilen. Der Anteil der AfD-Wähler liegt deutlich unter zehn Prozent.“ Bei Umfragewerten für die Partei von bundesweit bis zu 30 Prozent wäre es bemerkenswert, wenn das tatsächlich stimmen sollte.
Weidel hatte recht
Zudem belegt Horns Verhalten, dass Alice Weidel mit ihren Einschätzungen zur Bild-Zeitung recht hatte. In sozialen Netzwerken und Reden warf die patriotische Parteichefin dem Blatt häufig eine einseitige Berichterstattung, Kampagnen gegen ihre Partei sowie die Verbreitung von Regierungsnarrativen vor.