Pedro Sánchez macht nach einem knappen Blitzbesuch in der Krisenexklave Ceuta Feierabend und steuert per Regierungspjet die Staatsvilla La Mareta auf Lanzarote an. Während sich in Ceuta noch Tausende illegale Migranten befinden, genießt der spanische Premier den Sommerurlaub.
Vom Krisenort direkt in die Luxusvilla
Am Freitag war Sánchez für rund 105 Minuten in Ceuta. Er ließ sich fotografieren, sprach von einem Angriff auf Spaniens territoriale Integrität und flog wieder ab. Am Samstag saß er bereits im Falcon des spanischen Heeres und landete auf Lanzarote. Ziel: die offizielle Residenz La Mareta mit Pool, Tennisplatz und privatem Meereszugang. Dort will er mehrere Wochen bleiben. Opposition und spanische Bürger werfen ihm vor, die Realität zu ignorieren, während die Stadt noch unter den Folgen des Ansturms leidet und die Zahl der Toten bei mindestens 72 liegt.
Das peinliche Echo aus Wien
Genau in diese Phase platzt das Posting von Österreichs SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer. Er erklärt, Sánchez habe die „Ceuta-Frage gut gemeistert“. Er listet weitere angebliche Erfolge auf: beeindruckende Wirtschaftsdaten, bessere Krisenbewältigung als Österreich seit 2000, gestiegener Mindestlohn, Klimapolitik, Standhaftigkeit gegenüber Trump und proeuropäische Haltung. Sánchez verdiene europäische Solidarität.
Das Lob wirkt wie aus einer anderen Welt. Während der spanische Premier nach dem Massenansturm von 50.000 bis 60.000 Illegalen den Jet in den Urlaub besteigt, stilisiert ihn der österreichische Finanzminister zum Vorbild.
Warnungen, die angeblich ungehört blieben
Spanische Medien, darunter The Objective, berichten unter Berufung auf Geheimdienst- und Militärquellen, dass Nachrichtendienste und die Guardia Civil bereits Tage vor dem Ansturm vor einer möglichen Massenbewegung gewarnt hätten. Ungewöhnliche Busladungen zur Grenzstadt und steigende Zahlen schwimmender Übertritte seien als Vorboten gedeutet und weitergegeben worden. Laut diesen Quellen seien die Hinweise systematisch ignoriert worden. Die spanische Regierung weist das zurück und spricht von keinerlei Berichten über ein Ereignis dieser Größenordnung.
