Die linken Demokraten haben die US-Zwischenwahlen deutlich gewonnen. Sie dürften nach derzeitigem Auszählungsstand den Republikanern die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses abgenommen haben.
Neue Kräfteverhältnisse
Der Ausgang dieser sogenannten Midterms gilt als historisch, da die Demokraten selbst in traditionell konservativen Bundesstaaten überraschende Siege einfahren konnten.
Im US-Senat haben sie sich bereits mindestens 52 bis 53 Sitze gesichert und damit die bisherige republikanische Mehrheit gebrochen. Besonders aufhorchen ließen die Ergebnisse in Kansas, wo erstmals seit über 90 Jahren ein Demokrat einen Senatssitz gewann, sowie in Texas, das traditionell sehr rechts eingestellt ist.
Auch im Repräsentantenhaus, dessen 435 Sitze komplett neu gewählt wurden, gilt die demokratische Mehrheit laut den Hochrechnungen als sicher.
Überraschungen bei den Gouverneurswahlen
Parallel zum Kongress stimmten 36 Bundesstaaten über neue Gouverneure ab. Auch hier verzeichneten die Demokraten erhebliche Zugewinne und nahmen den Republikanern mindestens vier Spitzenposten ab.
In Georgia schrieb Keisha Lance Bottoms Geschichte als erste schwarze Gouverneurin der USA. In Texas gelang der erste demokratische Sieg bei einer Gouverneurswahl seit mehr als drei Jahrzehnten. Zudem gingen die Gouverneursämter in Iowa und Ohio an die Demokraten.
Reaktion aus dem Weißen Haus
Präsident Donald Trump reagierte gefasst auf den Ausgang der Wahlen und kündigte an, das Ergebnis anzuerkennen. In einer ersten Stellungnahme wies er die Verantwortung für die Verluste von sich. Gleichzeitig räumte er ein, dass die anhaltende Inflation bei den Lebenshaltungskosten sowie der Konflikt im Iran die Entscheidung der Wähler stark beeinflusst hätten.
Für die verbleibenden zwei Jahre seiner Amtszeit muss der Präsident nun mit einer demokratischen Mehrheit regieren, was die Verabschiedung von Gesetzen und Budgets erheblich erschweren wird.