Die Staatsschulden der Republik Österreich haben einen neuen Höchststand erreicht: Per 12. April 2026 belaufen sie sich auf 424,14 Milliarden Euro. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 57.304 Euro – deutlich mehr als ein durchschnittliches Jahresnettoeinkommen.
Deutlicher Anstieg innerhalb eines Jahrzehnts
Vor einem Jahrzehnt lagen die Schulden pro Kopf noch bei etwa 34.000 Euro, 2025 waren es bereits 45.349 Euro; ein Plus von 2.396 Euro gegenüber 2024. Haupttreiber ist das riesige Budgetdefizit von 21,5 Milliarden Euro, was 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht. Die Agenda Austria warnt vor mangelnder Ausgabendisziplin und fordert die Einführung einer Schuldenbremse nach dem Vorbild der Schweiz oder Schwedens.
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Im Bundesländervergleich führt Wien mit 12,7 Milliarden Euro Schulden, gefolgt von Niederösterreich (9,58 Milliarden Euro) und der Steiermark (6,41 Milliarden Euro). Pro Kopf liegen Kärnten (6.693 Euro), Wien (6.260 Euro) und Niederösterreich (5.269 Euro) an der Spitze, während Tirol (1.459 Euro) und Oberösterreich (1.537 Euro) die niedrigsten Werte aufweisen.
Einzig Salzburg konnte seine Verschuldung seit 2015 senken. Insgesamt hat Wien seinen Schuldenstand seit 2019 jedoch verdoppelt.
Ausgaben steigen, während Einnahmen sinken
Im Jahr 2025 stieg die Gesamtverschuldung auf 418,1 Milliarden Euro, was 81,5 Prozent des BIP entspricht. Prognosen gehen davon aus, dass die Schulden bis 2029 auf mehr als 478 Milliarden Euro anwachsen könnten – deutlich über der EU-Grenze von 60 Prozent. Der Fiskalrat kritisiert steigende Ausgaben bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen infolge der Rezession. Besonders auffällig ist die Dynamik in einzelnen Bundesländern wie Tirol, wo die Verschuldung seit 2019 um 357 Prozent gestiegen ist.
Die Ökonomin Carmen Treml von Agenda Austria betont: „Freiwillig zügelt niemand den Ausgabendrang – wir brauchen konsequente Regeln.“ Ohne entsprechende Reformen droht Österreich ein EU-Defizitverfahren.


