Wer gestern, Dienstag, den Freiheitlichen Parlamentsklub betrat, staunte nicht schlecht – denn er begegnete Christian Stocker (ÖVP), Andreas Babler (SPÖ), Beate Meinl-Reisinger (Neos) und Sigrid Maurer (Grüne). Sie alle hingen an der Wand, als Acryl-auf-Leinen-Bilder.
Porträt-Maler stellt im Parlament aus
Dass ausgerechnet die Politiker der Verlierer-Ampel und der Grünen im blauen Klub zu Ehren kamen, ist dem Kärntner Porträt-Maler Dr. Johann Kogelnig zu verdanken. Der 56-jährige Jurist aus Klagenfurt machte bei seiner Vernissage im Parlament, die auf Initiative des freiheitlichen Kultursprechers Wendelin Mölzer zustande kam, keine politischen Unterschiede bei seiner bildenden Kunst – so waren neben FPÖ-Chef Herbert Kickl, Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und dem früheren Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf („Mann in Frack“) auch Politiker anderer Parteien zu sehen.


Fotos dienten als Vorlage
Erstaunlich: Kogelnig sagte gegenüber unzensuriert, dass er die Bilder innerhalb von zwei Monaten gemalt hat. Erst als er vom Ausstellungs-Termin am 23. September erfahren hatte, begann er mit seiner künstlerischen Arbeit. Diese ist umso höher einzuschätzen, als er für die Porträts lediglich Fotos der Politiker zur Verfügung hatte.
Bilder stehen zum Verkauf
Kogelnigs künstlerischer Stil bewegt sich zwischen Realismus und expressivem Ausdruck, oft geprägt durch kräftige Farben und emotionale Tiefe. Besonders bekannt wurde er durch das Projekt „Menschen-Bilder-Ferlach“, bei dem er mehr als 30 lokale Persönlichkeiten porträtierte und ihnen die Bilder schenkte.
Dieses „Geschenk“ machte Kogelnig am gestrigen Dienstag den porträtierten Politikern nicht. Die Bilder stehen zum Verkauf. Ob auch Stocker, Babler oder Meinl-Reisinger zugreifen werden? Leisten werden sie es sich können.




