Nach der schweren Niederlage der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen stellt sich Vizepräsident James „JD“ Vance gegen Donald Trump.
Schlagabtausch über den Iran-Krieg
Vance macht den Iran-Krieg für den Verlust der Kongressmehrheit verantwortlich. Wer den Krieg für gerechtfertigt halte, müsse demnach auch erklären, warum der Verlust des Senats für die kommenden sechs Jahre ein akzeptabler Preis sei, so die republikanische Nachwuchshoffnung.
USA jetzt mehrheitlich links
Die Demokraten gewannen am Dienstag die Kontrolle über beide Kammern des Kongresses.
Vance argumentiert mit vier Gründen, warum zahlreiche Wähler, die Trump 2024 unterstützt hatten, bei den Zwischenwahlen zu den Demokraten gewechselt seien: Iran-Krieg, hohe Lebenshaltungskosten, eine aus seiner Sicht unzureichende Konzentration auf amerikanische Interessen und die Beziehungen der USA zu Israel.
Trump verteidigt weiterhin den Krieg
Donald Trump reagierte auf die Kritik seines Vizepräsidenten überraschend zurückhaltend. Bei einem Auftritt im Weißen Haus erklärte er, Vances Einschätzung sei „weitgehend zutreffend“, blieb aber bei seiner Linie. Auf die Frage, ob er den Krieg erneut beginnen würde, antwortete er, dass „der Krieg langfristig die einzige Lösung sei, um Iran am Erwerb einer Atomwaffe zu hindern.“
Trump betonte zudem, dass er Vances Haltung bereits vor Beginn des Krieges gekannt habe.
Folgen für 2028
Der öffentliche Schlagabtausch wirft Schatten auf das Jahr 2028, wenn die nächste Präsidentenwahl ansteht. Vance gilt als möglicher republikanischer Präsidentschaftskandidat und hatte bereits angekündigt, nach den Zwischenwahlen über eine Kandidatur entscheiden zu wollen.
Seine in der Bevölkerung geteilte Kritik am Iran-Krieg gilt daher auch als erstes Wahlkampfthema.