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Google, Microsoft, Meta und Snap überprüfen Ihre privaten Chats – vorerst zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder.

Google, Microsoft, Meta und Snap überprüfen Ihre privaten Chats – vorerst zu sexualisierter Gewalt gegen Kinder.

Palantir liest mit: Google, Microsoft, Meta und Snap leiten Meldungen in USA weiter

Seit 2021 erlaubt eine Ausnahme von europäischen Datenschutzregeln großen Plattformen, private Kommunikation automatisiert nach mutmaßlichem Material zu durchsuchen. Derzeit betrifft dies sexualisierte Gewalt gegen Kinder.

Über US-Behörde direkt zu Palantir

Übermittelt werden von den Unternehmen Verdachtsmeldungen. Zu den Unternehmen, die solche Prüfungen vornehmen, zählen Google, Microsoft, Meta und Snap.

Für US-Unternehmen schreibt das amerikanische Recht vor, solche Meldungen an das National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC) zu senden. Dort kommt Palantir ins Spiel.

Schadensbegrenzung: Nur Software in Verwendung

Auf Anfrage der schwedischen Tageszeitung Dagens ETC bestätigte John Shehan, Vizepräsident des NCMEC: „Wir nutzen Palantir Foundry für alle Meldungen, die über die CyberTipline eingehen.“

Nach Angaben Shehans wurde die Software gespendet und läuft in der technischen Umgebung des NCMEC. Palantir selbst habe keinen Zugriff auf die dort verarbeiteten Daten.

Umfang und Folgen bleiben schwer einzuschätzen

Das NCMEC erhielt 2025 weltweit rund 21 Millionen Meldungen über mögliche Fälle. LinkedIn, das als einziges der untersuchten Unternehmen konkrete Zahlen für europäische Nutzer vorlegte, prüfte 2024 rund 22 Millionen Bilder und mehr als zwei Millionen Videos. Microsoft meldete für dasselbe Jahr weltweit 9,6 Milliarden geprüfte Bilder und Videos.

Nach Zahlen der Europäischen Kommission betrafen 2024 knapp eine Million Meldungen beim NCMEC die EU.

Zahl überwachter Europäer: unbekannt

Wie viele Nachrichten europäischer Nutzer insgesamt kontrolliert werden, bleibt mangels vollständiger Angaben der Unternehmen unklar, so die offizielle Begründung.

Auch über die Speicherdauer beim NCMEC gibt es keine feste allgemeine Frist: Die Organisation erklärt, Daten so lange aufzubewahren, wie es erforderlich sei.

EU-Kommission sieht kaum Fehler, Sicherheitsexperte schon

Die Europäische Kommission hat für eine verbreitete Erkennungstechnologie eine Fehlerrate von etwa einem falschen Treffer unter 50 Milliarden Prüfungen angeführt.

Forscher um den belgischen Kryptografie- und Sicherheitsexperten Bart Preneel von der Katholischen Universität Löwen fanden in Versuchen mit einer Bilddatenbank prominenter Gesichter dagegen – abhängig von der Testanordnung – falsche Übereinstimmungen in einer Größenordnung von einem Fall pro tausend bis einem pro zehn Bilder. Preneel dazu:

Die Aussage, dass es eine Chance von einer zu 50 Milliarden gibt, ist eine Lüge.

Fehlklassifizierungen könnten auch private Aufnahmen oder einvernehmlich geteilte intime Bilder betreffen, warnt der Experte.

Zweifel an Rechtsgrundlage

Auch die Rechtslage ist umstritten. Laura Drechsler, Expertin für europäisches Datenschutzrecht an der Universität Leuven in Belgien, sagte zur Übermittlung personenbezogener Daten an das NCMEC: „Es ist schwierig, vollständig zu argumentieren, dass es legal ist.“ Das NCMEC steht nicht auf der EU-Liste der US-Organisationen, denen ein angemessenes Datenschutzniveau bescheinigt wird.

Immer mehr Überwachung

Im Juli 2026 wurde die Möglichkeit der freiwilligen automatisierten Kontrolle nach den vorliegenden Angaben bis zum 3. April 2028 verlängert. Ende-zu-Ende-verschlüsselte Dienste wie WhatsApp, Messenger und Signal sind ausgenommen; Nachrichten auf Instagram dagegen nicht.

Die neue Regelung sieht zusätzliche Transparenz vor, darunter Angaben dazu, an wen Verdachtsmeldungen weitergegeben werden. Die EU-Kommission will dafür eine eigene Behörde schaffen, wo die Überwachung zusammenläuft. Derzeit für sexualisierte Gewalt gegen Kinder. Später…

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