Der Kontrollverlust an den Grenzen fordert seinen politischen Preis. Die Opposition bündelt den Unmut des Volkes, um Ministerpräsident Pedro Sánchez zur Rechenschaft zu ziehen.
Massenprotest gegen den Kontrollverlust an der Grenze
Der Unmut über die fatale Migrationspolitik der linken Regierung in Madrid entlud sich in einem gewaltigen Straßenprotest. Unter dem lautstarken Ruf „Ceuta muss verteidigt werden“ und dem Meer spanischer Flaggen machten die Demonstranten gestern, Samstag, ihrem Ärger Luft. Der Regierung wird vorgeworfen, die Landesgrenzen eklatant zu vernachlässigen. Die Kundgebung, zu der die Organisation Sociedad Civil Española aufgerufen hatte, versammelte nach Angaben der Veranstalter rund 180.000 Menschen, während die Regierungsstellen die Zahl auf 20.000 herunterzuspielen versuchten.
Schulterschluss der Opposition gegen den Regierungskurs
Der geschlossene Protest wurde von der konservativen Volkspartei PP und der rechten Partei Vox tatkräftig unterstützt. In einem bereits im Vorfeld publizierten Manifest forderten die Organisatoren die unverzügliche Ausweisung aller illegalen Migranten aus der nordafrikanischen Exklave Ceuta, vorgezogene Neuwahlen bis Mitte November sowie die Einleitung eines Strafverfahrens wegen Hochverrats gegen Sánchez. PP-Sprecher Miguel Tellado unterstrich am Rande der Großkundgebung die Dringlichkeit und stellte klar, dass die Mehrheit der Spanier nicht mehr bis zum regulären Wahltermin im August 2027 warten wolle.
Ausnahmezustand in der nordafrikanischen Exklave
Anlass für die Wutwelle auf den Straßen ist die anhaltend prekäre Lage in der nur 18 Quadratkilometer großen Exklave Ceuta. Ende Juli waren mehr als 70.000 Menschen aus Marokko zu Fuß oder schwimmend auf spanisches Territorium gelangt. Obwohl viele von ihnen wieder zurückkehrten oder zurückgebracht wurden, verharren weiterhin tausende Migranten vor Ort, was die einheimische Bevölkerung in Dauerprotest versetzt. Unter dem enormen Druck der Straße sieht sich die Regierung nun gezwungen, per Dekret die Asylfristen zu verkürzen und Abschiebungen nach Marokko auf dem Papier zu erleichtern – ein später Versuch, den selbstverschuldeten Grenznotstand einzudämmen.
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