Mehr als einen Monat nach den dramatischen Grenzübertritten von rund 80.000 Afrikanern in Ceuta ist die Lage in der nordafrikanischen Exklave weiterhin angespannt.
Einwohner leiden massiv
Zwar kehrte ein großer Teil der Menschen in den ersten Tagen zurück, doch weiterhin halten sich mehrere tausend Einwanderungswillige in der kleinen Stadt mit knapp 80.000 Einwohnern auf. Sie leben teilweise im Freien, an Straßen und Stränden.
Die Sicherheitslage ist prekär, Diebstähle und Vergewaltigungen nehmen zu.
Zehntausende demonstrieren gegen Sánchez
Allein in der Hauptstadt Madrid gingen daher gestern, Mittwoch, nach Regierungsangaben etwa 50.000 Spanier auf die Straße, gleichzeitig kam es auch in anderen Städten zu Demonstrationen. Unter Rufen wie „Pedro Sánchez, ins Gefängnis!“ und „Eindringlinge, Ausweisung!“ forderten sie ein Ende der linken, einwanderungsfreundlichen Politik der Regierung.
Sie forderten mehr Unterstützung für Ceuta und einen entschlosseneren Kurs gegenüber Marokko.
Kritik an linker Regierung
Vertreter der konservativen Volkspartei PP und der Partei Vox warfen der Regierung vor, auf die Ereignisse zu spät und zu zaghaft reagiert zu haben.
Ceutas Regionalregierung kritisierte insbesondere, Warnungen vor möglichen Grenzübertritten seien nicht ernst genug genommen worden.
Legalisierung erreicht weit mehr Menschen als erwartet
Parallel zur Krise in Ceuta zeigt sich eine zweite Dimension der spanischen Migrationspolitik: das im Juni abgeschlossene Legalisierungsprogramm. Bis zum Ende der Antragsfrist am 30. Juni gingen rund 1,17 Millionen Anträge auf einen legalen Aufenthaltsstatus von bisher illegal in Spanien aufhältigen Afrikanern und Orientalen ein. Die Regierung hatte ursprünglich mit etwa 500.000 Fällen gerechnet.
Die Maßnahme eröffnet den Fremden Zugang zum Arbeitsmarkt und zu staatlichen Sozialleistungen.
Arbeitslosigkeit explodiert
Im August stieg die registrierte Arbeitslosigkeit in Spanien dadurch um 44.419 Personen – der stärkste Anstieg in diesem Monat seit 2019.
Ausländische Arbeitssuchende stellten dabei fast 40 Prozent des Zuwachses. Besonders auffällig ist die Gruppe der Menschen ohne vorherige Beschäftigung: Dort nahm die Zahl ausländischer Arbeitsloser stark zu.
