Der künftige ungarische Ministerpräsident Péter Magyar will einen EU-Beitritt der Ukraine von den Rechten der ungarischen Minderheit im Land abhängig machen.

30. April 2026 / 15:52 Uhr

EU-Beitritt der Ukraine: Magyar fordert Minderheitenrechte für Ungarn

Der designierte ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat bei seiner ersten Reise nach Brüssel versucht, die Freigabe von EU-Milliarden zu erreichen. Den EU-Beitritt der Ukraine will er von den Rechten der ungarischen Minderheit abhängig machen.

Blockierte EU-Milliarden sollen freigegeben werden

Magyar traf EU-Ratspräsident António Costa und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und vereinbarte für Ende Mai eine weitere Gesprächsrunde, um rund 33 Milliarden Euro (darunter 17 Milliarden aus dem Corona-Wiederaufbaufonds), die aufgrund von angeblichen Korruptions- und Rechtsstaatsproblemen blockiert sind, freizugeben. Magyar betonte, dies würde die ungarische Wirtschaft ankurbeln und stehe nicht im Zusammenhang mit der Ukraine.


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Ukraine schikaniert ungarische Minderheit

Magyar schlug ein symbolisches Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj Anfang Juni in Berehowe (ungarisch: Beregszász) vor, einer mehrheitlich ungarisch geprägten Stadt in Transkarpatien. Dort fordert er die Aufhebung von Einschränkungen für die ungarische Minderheit in den Bereichen Kultur, Sprache, Bildung und Verwaltung – als Bedingung für bessere Beziehungen und Ungarns Unterstützung bei den EU-Beitrittsverhandlungen der Ukraine. Er lobte ukrainische Änderungen im Bildungsbereich im Jahr 2025 als „positives Signal“, hielt sie jedoch für unzureichend.

Ukraine widerspricht: Keine Diskriminierung von Ungarn

Der Bürgermeister von Berehowe, Zoltán Babják, der Magyar in Budapest traf, widersprach scharf: Die ungarische Minderheit genieße volle staatliche Unterstützung; ihre Rechte seien gesetzlich geregelt und würden umgesetzt, ohne systematische Verletzungen. Selenskyj engagiere sich persönlich, wie mehrere Treffen belegten. Babják hob zudem Infrastrukturprojekte hervor: ein Rehabilitationszentrum, eine Mülltrennungsanlage und eine Umgehungsstraße – finanziert aus Staats- und Lokalbudgets sowie mit Unterstützung von EU-Partnern.

Magyar lehnt schnellen Ukraine-Beitritt ab

Ungarn blockierte unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Viktor Orbán 17 Milliarden Euro aus dem SAFE-Verteidigungsfonds sowie das 90-Milliarden-Euro-EU-Darlehen für Kiew; Magyar signalisiert Kooperation, lehnt jedoch einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine während des Kriegs ab. Er erkennt die Ukraine als Kriegsopfer an und plant keine Vetos, solange Minderheitenrechte geklärt sind. Unter Orbán blockierte Ungarn jahrelang Nato- und EU-Hilfen für die Ukraine wegen der Unterdrückung der ungarischen Minderheit – ein Druckmittel seit den diskriminierenden Sprachgesetzen von 2014 und 2017.


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