Für die Beschäftigten des fränkischen Automobil- und Industriezulieferers Schaeffler in Österreich ist das aktuelle Schreckensszenario ein Déjà-vu.
Vorbote eines konzernweiten Kahlschlags
Bereits vor zwei Jahren besiegelte der Konzern das endgültige Schicksal des traditionsreichen Produktionsstandorts im niederösterreichischen Berndorf. Rund 450 Mitarbeiter verloren damals ihre Arbeitsplätze, als die Wälzlagerfertigung schrittweise ins kostengünstigere Osteuropa verlagert wurde.
Zurück blieb in Österreich lediglich eine auf den Vertrieb fokussierte Rumpfgesellschaft in Bad Vöslau.
Fünf weitere Fabriken vor dem Aus
Nun zündet der Zulieferer die nächste, weitaus größere Stufe seines Sparprogramms. Wie das Unternehmen heute, Dienstag, offiziell bekannt gab, fallen europaweit fünf weitere Standorte den Restrukturierungen komplett zum Opfer – vier davon in der Bundesrepublik Deutschland.
Insgesamt sollen im Zuge dieser Maßnahmen 3.460 Arbeitsplätze wegfallen, der Großteil davon in deutschen Werken.
Vitesco-Fusion und E-Auto-Krise als Treiber
Schaeffler kämpft – wie die gesamte europäische Automobilindustrie – mit der europäischen Autopolitik. Durch das Verbrenner-Aus und die anhaltende Schwäche auf dem Markt für Elektroautos kann dem massiven Preisdruck durch vor allem chinesische Konkurrenten nicht mehr entgegnet werden. Zum anderen werden Doppelstrukturen im Zuge der milliardenschweren Fusion mit dem Antriebsspezialisten Vitesco abgebaut.
Für Österreichs verbliebene Vertriebsmannschaft dürften die aktuellen Werksschließungen keine Gefahr darstellen.