Angesichts der russischen Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor vor den kommenden Wintermonaten ist ein heftiger politischer Konflikt zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ausgebrochen. Nachdem Selenskyj den Behörden der Hauptstadt am 13. Oktober eine mangelhafte Vorbereitung auf die schwierige Winterlage vorgeworfen hatte, ließ Klitschko diese Kritik nicht auf sich sitzen und ging zum Gegenangriff über.
Klitschko wehrt sich im Parlament und auf Telegram
In einer deutlichen Reaktion im Parlament sowie über seinen Telegram-Kanal wies der ehemalige Boxer die Vorwürfe als unwahr zurück. Klitschko betonte, dass Kiew sehr wohl auf die Herausforderungen vorbereitet sei und die Stadt nicht für die akuten Heizprobleme verantwortlich gemacht werden könne. Mit Blick auf die mediale Berichterstattung und die Angriffe aus der Hauptstadt erklärte er:
In der Zwischenzeit hört man im Fernsehen nur, dass in Kiew etwas nicht stimmt, dass etwas nicht richtig gemacht wurde. Sagen Sie, was Sie wollen – Sie können sogar Klitschko den Dritten Weltkrieg in die Schuhe schieben.
Zudem warf Klitschko Teilen der politischen Führung in Kiew vor, durch interne Machtspiele und Korruption das Land von innen heraus zu beschädigen. Er stellte zudem die Frage, wo die Gelder für die Luftabwehr der Hauptstadt verblieben seien. Dennoch betonte er, dass Kiew trotz der ständigen Angriffe des Feindes funktionsfähig bleibe und Reparaturen an der beschädigten Infrastruktur auf Hochtouren laufen.