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Die schweren Ausschreitungen in Frankreich setzen sich fort.

Die schweren Ausschreitungen in Frankreich setzen sich fort.

Weitere Unruhen in Frankreich: 166 Festnahmen bei schweren Krawallen

Die Aktionen, die ursprünglich von Jugendlichen ausgingen, haben sich in Frankreich längst zu einer Reihe gewaltsamer Krawalle und landesweiter Ausschreitungen ausgeweitet. Gestern, Samstag, demonstrierten in zahlreichen Städten – darunter Paris, Lyon, Straßburg und Marseille – laut Behördenangaben Zehntausende Menschen. Die Proteste zeichnen sich jedoch zunehmend durch Vandalismus und Angriffe auf die öffentliche Ordnung aus.

Blockaden, Rathaus-Sturm, Plündereien

Bereits am Vormittag errichteten Demonstranten brennende Barrikaden aus Mülltonnen und Paletten, blockierten Mautstellen und drangen in Marseille gewaltsam in ein Rathaus ein. Zudem wurden in mehreren Orten Geschäfte geplündert. Die Polizei reagierte auf die Randale mit dem Einsatz von Tränengas und Schlagstöcken. Bis zum Mittag verzeichnete das Innenministerium landesweit rund 166 Festnahmen, etwa 100 davon allein in der Hauptstadt Paris, wo bei Festgenommenen Waffen und verbotene Gegenstände sichergestellt wurden.

Gewaltbereites Bündnis unterwandert Aktionen

Die Krawalle werden keineswegs von geordneten Schülerschaften getragen, sondern von einer unübersichtlichen Mischung aus gewaltbereiten Gruppierungen. Unter dem Motto „On en a marre!“ („Wir haben die Schnauze voll!“) formierte sich ein vielschichtiges Bündnis aus extremen Strömungen, schulexternen Randalierern und ehemaligen Angehörigen der Gelbwesten-Bewegung. Die Mobilisierung erfolgte vor allem anonym über soziale Netzwerke.

Obwohl die Aktionen ursprünglich auf Mängel an den Gymnasien aufmerksam machen sollten, nutzten radikale Kräfte die Lage rasch für Angriffe auf Staat und Polizei. Beobachter und Sicherheitsbehörden betonen daher, dass es sich bei den jüngsten Vorfällen längst nicht mehr um bloße Schülerproteste, sondern um gezielte Ausschreitungen und Krawalle handelt.

Regierung unter Zugzwang

Die französische Staatsführung befindet sich angesichts des Vandalismus in einer schwierigen Lage, da sie im Parlament über keine eigene Mehrheit verfügt. Während Premierminister Sébastien Lecornu auf die hohe Staatsverschuldung verwies und betonte, dass der Staat nicht auf jede Krise mit Milliardenausgaben reagieren könne, kündigte das Innenministerium ein hartes Durchgreifen gegen Blockaden und Gewalt an. Die hohe Zahl an Festnahmen seit Beginn der Krawalle – laut Justizministerium wurden bereits über 6.700 Minderjährige vorübergehend in Gewahrsam genommen – unterstreicht das Ausmaß der Eskalation auf Frankreichs Straßen.

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