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Die Lage für die deutsche Industrie ist dramatisch. Die Aufträge brechen ein.

Die Lage für die deutsche Industrie ist dramatisch. Die Aufträge brechen ein.

Industrie gerät erneut unter Druck: Auftragseingänge brechen kräftig ein

Die Industrie kommt nicht aus ihrer Schwächephase heraus.

Einbruch bei Auftragseingängen

Nachdem sich zum Jahreswechsel noch Anzeichen für eine mögliche Trendwende gezeigt hatten, sorgt der jüngste Einbruch bei den Auftragseingängen erneut für Ernüchterung.

Im August gingen die Bestellungen im verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vormonat um 10,6 Prozent zurück. Ökonomen hatten lediglich mit einem Minus von rund einem Prozent gerechnet.

Schwacher Start ins Jahr

Der aktuelle Rückgang fällt ähnlich aus wie der schwache Jahresauftakt. Im Jänner waren die Industrieaufträge bereits um 11,1 Prozent gegenüber Dezember gesunken.

Dabei hatte das Jahr zunächst durchaus mit positiven Signalen begonnen. Im November 2025 waren die Auftragseingänge bereits um 5,6 Prozent gestiegen. Im Dezember folgte sogar ein Plus von 7,8 Prozent – der stärkste Zuwachs seit zwei Jahren.

Auf Sand gebaut

Allerdings waren diese positiven Signale aus der Aufrüstung entstanden. Vor allem Großaufträge aus dem Rüstungsbereich hatten für Bewegung gesorgt. Wohl nur regierungsnahe Ökonomen leiteten daraus Anzeichen für eine mögliche Trendwende ab. Die nicht kam. Weitere Großaufträge blieben aus.

August bringt neuerlichen Auftragseinbruch

Nun folgt der nächste deutliche Rückschlag. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes sank der reale, preisbereinigte Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe im August saison- und kalenderbereinigt stark. Im Juli hatte es dagegen noch ein Plus von 3,2 Prozent gegeben – allerdings nur getragen von Rüstungsaufträgen. Diese gingen im August um 61,5 Prozent zurück.

Im Dreimonatsvergleich gingen die Bestellungen ohne Großaufträge um 2,6 Prozent zurück. Aufrüstung ist nicht nachhaltig.

Vor allem die Inlandsnachfrage schwächelt

Besonders deutlich zeigt sich die Schwäche bei den Bestellungen aus Deutschland selbst. Die Inlandsaufträge sanken im August um 17,3 Prozent.

Auch die Nachfrage aus dem Ausland ging zurück, allerdings weniger stark: Insgesamt betrug das Minus 5,4 Prozent. Die Aufträge aus der Eurozone sanken ebenfalls um 5,4 Prozent, jene aus Ländern außerhalb der Eurozone um 5,5 Prozent.

Volatile Großaufträge verzerren das Bild

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen ein grundlegendes Problem bei der Bewertung der deutschen Industriekonjunktur: Die Lage ist dramatisch und wird nur durch einzelne Großbestellungen aus dem wenig wertschöpfenden militärischen Bereich kaschiert.

Und die Regierung lernt nicht daraus: Die Wirtschaft rechnet weiter mit staatlichen Aufträgen, insbesondere in den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur. Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Peter Leibinger, hatte die Situation zum Jahresbeginn schon drastisch beschrieben:

Der Standort Deutschland befindet sich im freien Fall.

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