Die blaue Welle rollt weiter: Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen hat die AfD ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 2021 mehr als verdreifacht.
Nur AfD und Linke gewinnen dazu
Mit 15,9 Prozent erreicht sie den dritten Platz hinter CDU und SPD. Die CDU verteidigt mit 27,2 Prozent zwar ihre Spitzenposition auf Kreisebene, muss aber ein Minus von 4,5 Prozentpunkten hinnehmen.
Auch für die SPD fällt die Bilanz ernüchternd aus. Die Partei von Ministerpräsident Olaf Lies kommt auf 24,6 Prozent und verliert damit 5,4 Punkte. Die Grünen erreichen 14,1 Prozent. Zugewinne verzeichnen neben der AfD auch die Linke, die auf 6,0 Prozent steigt. Die FDP fällt auf 3,7 Prozent zurück.
CDU gewinnt – aber mit deutlichen Verlusten
CDU-Landeschef Sebastian Lechner wertete das Ergebnis trotz der Einbußen als Erfolg unter schwierigen bundespolitischen Bedingungen. Zugleich machte der CDU-Politiker deutlich, dass die Stimmung gegenüber der Bundesregierung im Wahlkampf spürbar gewesen sei.
Er verlangte nach den anstehenden Landtagswahlen politische Kurskorrekturen in der Hauptstadt:
Danach muss es politische Änderungen geben in Berlin.
SPD sieht schwieriges Ergebnis
Für die niedersächsische SPD ist das Votum ebenfalls eine Niederlage. Olaf Lies verwies auf den Einfluss der Bundespolitik und die angespannte Stimmung gegenüber den etablierten Parteien.
Bereits bei der Stimmabgabe hatte er für einen stärkeren Blick auf die örtlichen Kandidaten geworben: „Es ist keine kleine Bundestagswahl, sondern eine echte Persönlichkeitswahl,“ – umsonst.
AfD sieht sich als kommunale Kraft
Die AfD wertet ihr Ergebnis als Durchbruch auf lokaler Ebene. Landeschef Ansgar Schledde sprach von einem klaren Wahlerfolg seiner Partei. Seine Partei werde „mit diesem gewaltigen Rückhalt und den neu geschlagenen Wurzeln gestärkt in die Landtagswahl gehen“. Diese wird in einem Jahr geschlagen werden.
In Salzgitter erreichte die AfD zudem eine Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt: Patricia Mair tritt gegen den amtierenden Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) an.
Viele Entscheidungen fallen erst in der Stichwahl
Auch in Hannover, Braunschweig und weiteren Städten stehen wichtige zweite Wahlgänge bevor.
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) verfehlte die absolute Mehrheit und muss in die Stichwahl gegen Axel von der Ohe (SPD). In Braunschweig trifft Amtsinhaber Thorsten Kornblum (SPD) auf Maximilian Pohler (CDU).
Bundespolitische Bedeutung
Der demokratisch bedeutende September 2026 verschiebt die politischen Gewichte in den Ländern und auch auf kommunaler Ebene – und erhöht den Druck auf die Regierungsparteien, von ihrer katastrophalen Politik abzugehen.
