Die FPÖ geht gegen die Bestellung von Clemens Pig zum neuen ORF-Generaldirektor vor: Mit einer sogenannten Popularbeschwerde bei der KommAustria will sie sich über das aus ihrer Sicht fragwürdige Prozedere beim Staatssender beschweren. Positive Nachrichten haben die Freiheitlichen hingegen zu ihrem Radiosender AUSTRIA FIRST.
ORF-Wahl zeigt Regierungs-Postenschacher
Die FPÖ hat mit ihrer „Medien-Sommeroffensive“ heuer einiges vor. Generalsekretär Christian Hafenecker sprach heute, Mittwoch, Klartext zur Wahl am Küniglberg und bezeichnete sie als Paradebeispiel für den parteipolitischen Postenschacher der Verlierer-Ampel.
Für Hafenecker ist klar: Die Bestellung von Generaldirektor Pig war „völlig rechtswidrig“. Er ortete „ganz klare Verstöße gegen die Ausschreibungskriterien“, denn darin stehe dezidiert, dass der neue ORF-Generaldirektor Berufserfahrung im Bereich Bewegtbild und Radio mitbringen müsse. Pig erfülle diese Grundvoraussetzung nicht, ist sich der blaue Mandatar sicher – „was bereits für sich ein glasklarer Ausschlussgrund ist“. Die ÖVP habe damit „ihren Postenschacher nicht mehr im Hinterzimmer, sondern auf offener Bühne zelebriert“.
ORF-Wahl als „Scheinverfahren“
Hafenecker kritisierte zudem das Verfahren zur ORF-Spitzenbesetzung als „reines Scheinverfahren“. Die auf zehn Werktage verkürzte Bewerbungsfrist sei „reine Makulatur“, weil „ohnehin schon vorher feststand, wer es werden soll“. Zudem verstoße das Vorgehen gegen den „European Media Freedom Act“ und sei „mit europäischem Recht nicht vereinbar“.
Erfreuliche Bilanz für Patriotenradio AUSTRIA FIRST
Positiv hob er hingegen das Patriotenradio AUSTRIA FIRST hervor. Nach einem halben Jahr ziehe man eine erfolgreiche Bilanz mit 2,21 Millionen Einschaltungen, 600.000 unterschiedlichen Hörern und einer durchschnittlichen Verweildauer von 44 Minuten. „Der ORF gehört der Regierung, aber AUSTRIA FIRST gehört allen Bürgern.“
Alternative zum Einheitsbrei der Mainstream-Medien
FPÖ-Abgeordnete und AUSTRIA-FIRST-Moderatorin Marie-Christine Giuliani warf etablierten Medien vor, Informationen zu „verschweigen und wegzulassen“. „Sie sind selbst dafür verantwortlich, dass es uns gibt“, sagte sie. AUSTRIA FIRST biete „lange, ausführliche und ungeschnittene Gespräche“ und sei „eine konservative Stimme“, bei der „gesagt werden darf, was gedacht wird“.
Programmchef Werner Reichel erklärte, der Sender habe sein Angebot in den vergangenen Monaten deutlich ausgebaut und biete nun werktägliche Themenschwerpunkte mit Formaten wie „Macht und Medien“ oder „Recht und Realität“. Man liefere Inhalte, „die im Einheitsbrei der Systemmedien keinen Platz mehr finden“.
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