„Da ist alles drin: Ignoranz, Selbstüberschätzung und ein erklecklicher Teil politische Dummheit!“ Zu diesem Schluss kam der bekannte ServusTV-Moderator Michael Fleischhacker, als er das ZDF-Sommergespräch des deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD) mitverfolgte.Â
AfD-Anhänger pauschal denunziert
Die harten Worte wählte Fleischhacker, nachdem Steinmeier seine Meinung zur AfD kundtat. Wenn man den Höhenflug der Partei stoppen oder gar verhindern wolle, so der ServusTV-Moderator in einem Kommentar, sollte man eines nicht tun, nämlich die Anhänger der AfD pauschal als Demokratie-Feinde zu denunzieren.Â
Moral-Onkel der Nation
Der deutsche Bundespräsident sei ähnlich wie der österreichische auch, so etwas wie der verfassungsmäßige Moral-Onkel der Nation. Er sei immer für das Gute, Wahre und Schöne, spreche nichtssagend genug, um vielsagend zu klingen, und lege Wert darauf, Präsident aller Deutschen beziehungsweise Österreicher zu sein. Also überparteilich, unparteiisch.Â
Staatstheater-Inszenierung
Das sei – so Fleischhacker – Teil einer eher ummittelmäßigen Staatstheater-Inszenierung. Denn natürlich wisse jeder, der nicht hinter dem Mond lebt, dass der deutsche Bundespräsident in der roten und der österreichische Bundespräsident in der grünen Wolle gefärbt ist. Was ideologisch letztendlich keinen Unterschied bedeute – „frei nach Nestroy: Wer ist linker, I oder I?“
Ureinwohner der humor- und charismafreien Zone
Die Österreicher hätten das Glück, dass ihr Bundespräsident lustig sei und mit seinem Hund in der Hofburg residiere, während der Deutsche so etwas wie ein Ureinwohner der humor- und charismafreien Zone sei, der zudem selten mit der Realität in Berührung komme.
Steinmeier gibt Überparteilichkeit auf
Das habe Frank-Walter Steinmeier gerade wieder im ZDF-Sommer-Interview unter Beweis gestellt. Dort habe er gesagt, dass ein erklecklicher Teil der Wähler inzwischen nicht richtig oder falsch, links oder rechts wähle, sondern gegen das System der Demokratie. Und weil es um das System der Demokratie gehe, müsse er seine Überparteilichkeit aufgeben, denn diese reiche nicht, um das System der Demokratie zu schützen.Â
