Nun geht der Wahlkampf in Berlin so richtig los. Bundesparteichefin Alice Weidel und Landesparteichefin Kristin Brinker hielten beeindruckende Reden in Neukölln.

24. Juni 2026 / 09:55 Uhr

AfD startet Wahlkampf in der Hauptstadt

Eigentlich ist für die Patrioten von der Alternative für Deutschland quasi das ganze Jahr über Wahlkampf. Anders als die Altparteien engagieren sich die AfDler auch ohne anstehende Wahlen bei Ständen, Flyer-Verteilaktionen und Veranstaltungen für ihre Heimat.

AfD lässt sich nicht verdrängen

Trotzdem kann man den Auftritt von Alice Weidel in Berlin-Neukölln als eine Art Startschuss für den Wahlkampf in Berlin verstehen. Nach dem Motto: Jetzt geht es erst richtig los. So machte sie vor 500 Anhängern bei einem Dinner im Neuköllner Industriegebiet Wahlkampf für Berlins Spitzenkandidatin Kristin Brinker. Im Grand Palas an der Nobelstraße hielten die Patrioten ihre Reden.


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Am Anfang thematisierte der Abgeordnete Alexander Bertram die Probleme der Partei, in Berlin wegen der Angriffe von Linken Räume zu finden. Diesmal sei es der Landesvorsitzenden Kristin Brinker gelungen, einen “mutigen Unternehmer” zu finden, der der Partei seine Räumlichkeiten überlassen hatte. Die AfD lasse sich aus Berlin “nicht verdrängen”.

Brinker prangert Altparteienpolitik an

Dann hielt Brinker ihre Rede. Mit Blick auf die Altparteien stellte sie fest: “Mit denen geht es immer weiter bergab”, aber “mit uns geht es immer weiter bergauf”. Sie prangerte den “Linksterrorismus” in Berlin an und warf dem Senat vor, auf dem “linken Auge blind” zu sein. Aber sie machte auch deutlich: “Spätestens, wenn wir in Regierungsverantwortung sind, werden wir die Probleme lösen”. Sollte sie Bürgermeisterin werden, könnte sie diese Missstände tatsächlich angehen.

Sie warf dem Regierenden Bürgermeister vor, für 300.000 Euro mit einem eigenen Wagen der Senatskanzlei am CSD teilzunehmen. Mit der AfD werde es Wohnungen zuerst für Berliner geben, nicht für Asylbewerber. Im Anschluss trat Bundesparteichefin Weidel vor die Menge. Sie bedankte sich beim Betreiber des Grand Palas, dass “wir hier sein dürfen”, obwohl wir ja “in der besten Demokratie” aller Zeiten leben. Dann kündigte sie an, dass “sich die Zeiten ändern” würden. Es sei in Berlin mutig, mit einem AfD-Logo an den Infoständen zu stehen.

Berlin soll wieder sicher sein

Weidel lobte Berlins Spitzenkandidatin Brinker, weil diese jedem zuhört und andere Meinungen stehen lasse. Gräben in der Gesellschaft zuzuschütten, das werde auch die Aufgabe der AfD als Regierungspartei im Bund und in den Ländern sein, erklärte Weidel. Sie zeigte sich sehr zuversichtlich, dass die AfD bald in Sachsen-Anhalt den ersten Ministerpräsidenten stellen wird. Zudem kündigte sie an, dass Spitzenkandidat Ulrich Siegmund nächste Woche bei einer AfD-Kundgebung vor dem Roten Rathaus sprechen wird.

“Wir wollen das Land wieder reich sehen, dass Frauen und Kinder in Berlin wieder sicher über die Straßen laufen können”, verkündete Weidel den Zuschauern. Berlin sei eine weltoffene Stadt, die AfD sei die Partei der Menschen, die sich hier integriert hätten. Wer Deutschland liebt, ist herzlich willkommen. Aber die Grenze sei da, wo Gesetze gebrochen und Sozialsysteme ausgenutzt würden. “Wir stecken Leute in den Flieger”, versprach Weidel. Außerdem kündigte sie an, dass es mit der AfD den Wiedereinstieg in die Kernkraft, den Stopp der Energiewende, keine Sozialleistungen für “Kostgänger und Wirtschaftsflüchtlinge, freie Auswahl beim Tanken und eine Steuer-Flat-Tax von 25 Prozent für alle” geben wird.

Bürokraten gehören rausgeschmissen

Dann kritisierte sie die “Bürokraten”, die nur darüber nachdenken, die freie Wirtschaft zu bremsen. “Wir werden sie achtkantig rausschmeißen”, kündigte die AfD-Chefin an. Unternehmen und der freie Wettbewerb sollen entscheiden, was passiert. Den anderen Parteien gehe es nicht mehr um die Menschen, nicht mehr “um euch”, rief Weidel und forderte Neuwahlen im Bund im nächsten Jahr.

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