Der designierte ungarische Ministerpräsident Péter Magyar enttäuscht seine Sympathisanten – mit Vetternwirtschaft im Regierungsteam.

5. Mai 2026 / 08:52 Uhr

„Anti-Korruptions-Kämpfer“ Magyar macht seinen Schwager zum Justizminister

Was jetzt? Im Wahlkampf gegen Viktor Orbán hat der designierte ungarische Ministerpräsident Péter Magyar (Tisza-Partei) noch gegen Korruption und Vetternwirtschaft getrommelt. Kurz vor der Amtsübernahme am 9. Mai sorgt er nun für Irritation. 

Am Donnerstag wurde nämlich bekannt, dass Márton Melléthei-Barna, der Schwager von Magyar, den wichtigen Posten des Justizministers bekleiden soll. Die familiäre Beziehung stellt Magyar vor ein ernstes Dilemma, das an der Glaubwürdigkeit seines Saubermacher-Images kratzt. 

Magyar: Bedenken “verständlich”

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Magyar selbst findet es „verständlich“, dass es Bedenken wegen der Verwandtschaft innerhalb des Regierungsteams gibt. Er erklärte, dass seine Entscheidung nicht auf „politischem Kalkül“ beruhe, sondern auf die Frage, wer das Programm eines „funktionierenden und humanen Ungarns“ am besten vertreten könne. 

Enttäuschte Sympathisanten

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Gerade die Tisza-Partei hat im ungarischen öffentlichen Leben die hohen Erwartungen geschürt, dass bei der Besetzung wichtiger Positionen nicht Beziehungsnetze und Vetternwirtschaft, sondern Leistung und Verantwortungsbewusstsein entscheidend sein sollten. Daher stößt die Ernennung des Schwagers von Magyar zum Justizminister auch bei den treuesten Tisza-Anhängern auf wenig Gegenliebe. Es gibt zahlreiche Unmutsäußerungen enttäuschter Sympathisanten in den sozialen Medien. 

Aber auch von der künftigen Opposition kommt Kritik. Máté Kocsis, der frühere Fidesz-Fraktionsvorsitzende, meint kurz und bündig: „Warum wird Péter Magyars Schwager nicht lieber Familienminister? Das würde die Situation besser beschreiben“. 

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