Das wird ja immer chaotischer in der Verlierer-Ampel! Nicht nur zwischen ÖVP, SPÖ und Neos hängt bei jeder Entscheidung der Haussegen schief, sondern jetzt streiten auch schon die Pinken untereinander. Und ganz ungeniert öffentlich, weil ihr Staatssekretär Sepp Schellhorn in der ORF-„Pressestunde“ am Sonntag gegen Neos-Parteilinie verstoßen hatte.
Parteiprogramm zu Gemüte führen
Der pinke Nationalratsabgeordnete Nikolaus Scherak empfahl seinem Parteifreund über X, „sich das eigene Parteiprogramm zu Gemüte zu führen“. Neos-Generalsekretär Douglas Hoyos rückte gleich nach der Sendung mit einer Klarstellung aus und bezeichnete Schellhorns Aussagen als „Privatmeinung“. Da drängt sich für einen Außenstehenden der Partei wohl oder übel die Frage auf, ob die Pinken miteinander nicht reden.
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Weitere InformationenDa scheiden sich die Geister
Während nämlich Schellhorn in der „Pressestunde“ bei der Verlängerung der Wehrpflicht für das Modell acht Monate plus zwei Monate verpflichtende Milizübung warb, sprechen sich Neos für ein Berufsheer aus. Auch beim Thema Lohnnebenkosten dürften sich zwischen dem Staatssekretär und seiner Partei die Geister scheiden. Schellhorn sah eine Senkung dieser aktuell nicht, für die Pinken aber käme ein Doppelbudget ohne Senkung der Lohnnebenkosten nicht in Frage.
Schelte von den Landeschefs
Als Schellhorn im Laufe der „Pressestunde“ dann auch noch Äußerungen gegenüber dem Bundesrat, wo die Landeschefs sitzen sollten, und der Landeshauptleute-Konferenz, die man abschaffen könne, von sich gab, brachte er gleich alle Landeshauptleute gegen sich auf. Schelten von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Anton Mattle aus Tirol (ÖVP) folgten, und der steirische Landeshauptmann Mario Kunsaek (FPÖ) meinte, dass mit Neos eine Chaos-Truppe in der Bundesregierung sitzen würde. „Sepp, was machst du?“, fragte Daniel Fellner (SPÖ), der Peter Kaiser bald als Kärntner Landeshauptmann folgen wird.
“Wär’ er bloß Wirt geblieben…”
Die schlimmste Wertung über die ORF-„Pressestunde“ von Sepp Schellhorn gab aber die Kronen Zeitung ab. Claus Pándi schrieb in seinem Kommentar, „wär’ er bloß Wirt geblieben…“. Damit hat er vermutlich vielen Österreicherin aus der Seele gesprochen.Â
