Lamya Kaddor, innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, hat im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus mit ihren Aussagen zur Migrationspoolitik für Aufsehen gesorgt. Migration aus Syrien sei kein reines Problem, sondern ein „substanzielles Interesse“ Deutschlands. Die Bundesregierung müsse „der Realität endlich ins Auge sehen“. Und dann der Hammer: „Wir brauchen jedes Jahr rund 400.000 Einwanderer.“
“Mehr Deutsch als Syrisch”
Kaddor, die seit 2021 für die Grünen im Bundestag sitzt und als „Religions- und Innenpolitik-Expertin” der Fraktion fungiert, zeichnet ein Bild von bestens integrierten Syrern, die „inzwischen mehr Deutsch als Syrisch“ seien. Viele der vor zehn Jahren Geflohenen hätten hier Kinder geboren, andere seien als Jugendliche gekommen und hätten den Großteil ihres Lebens in Deutschland verbracht. Wörtlich sagte sie:
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Weitere InformationenLiegt es wirklich in unserem bundesdeutschen Interesse, Menschen, die hier Wurzeln geschlagen haben, heimzuschicken? Das sind nämlich genau die Menschen, die den demografischen Wandel abpuffern.
Parteiinteresse oder Volksinteresse?
Die Grünen-Politikerin argumentierte mit dem Wettbewerb um Fachkräfte: Deutschland konkurriere mit anderen erfolgreichen Industriestaaten um Einwanderer. Die Zahl von 400.000 Nettozuwanderern pro Jahr ist keine Erfindung Kaddors, sondern wird seit Jahren von Mainstream-Instituten wie dem IAB (Interactive Advertising Bureau)oder dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) als notwendig genannt, um den Arbeitskräftemangel durch den demografischen Wandel auszugleichen.
Dennoch stellen viele Kritiker infrage, ob dieses „substanzielle Interesse“ wirklich dem sozialen und wirtschaftlichen Interesse des deutschen Volkes dienen soll oder ob es sich nicht doch um den klassischen grünen Mix aus ideologischem Multikulturalismus und dem kalkulierten Blick auf künftige Wählerpotenziale handelt.
Mehrheit sieht Migration als „größtes Problem”
Während Lamya Kaddor ungerührt vom „substanziellen Interesse“ an fortgesetzter Masseneinwanderung spricht und Syrer zu „mehr Deutschen als Syrern“ erklärt, sieht die Mehrheit der Bürger die Sache völlig anders. Laut einer aktuellen INSA-Umfrage halten exakt 50 Prozent der Deutschen die Migration derzeit für das größte Problem des Landes – ein Wert, der jede andere Herausforderung übertrifft. Die Forderung der Grünen-Politikerin nach jährlich 400.000 weiteren Einwanderern geht damit krachend am Willen und an den Alltagssorgen der eigenen Bevölkerung vorbei.
