SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler ließ es sich nicht nehmen, das kurdische Neufahrsfest im Wiener Rathaus zu feiern.

22. März 2026 / 14:24 Uhr

Grußworte auf Farsi: Babler gratuliert zu umstrittenem kurdischen Neujahrsfest

Nicht nur zum islamischen Fastenmonat Ramadan kommen fremdsprachige Grüße von linken Politikern wie Bundespräsident Alexander Van der Bellen oder dem Wiener SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig, auch ganz andere Festlichkeiten hat man bei der Einheitspartei auf dem Schirm.

Kurden, Perser und Afghanen feiern Newroz

Newroz etwa, das traditionelle Neujahrs- und Frühlingsfest, das vor allem von Kurden, Persern, Afghanen und anderen Völkern im iranischen Kulturraum gefeiert wird. Es fällt auf den 20. oder 21. März, zur Tagundnachtgleiche, und bedeutet wörtlich „neuer Tag“. Es symbolisiert den Sieg des Lichts über die Dunkelheit sowie neues Leben nach dem Winter. Für Kurden ist es besonders mit der Legende des Schmieds Kawa verbunden, der gegen den tyrannischen König Dahak rebellierte – ein Symbol für Freiheit und Widerstand gegen Unterdrückung.

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Rot-Grün zelebriert Kurden-Fest

Das ist jedenfalls Grund genug für SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler, mitzufeiern. Im Wiener Rathaus nahm er am gestrigen Samstag an der vom kurdischen Dachverband Feykom gemeinsam mit der Stadt Wien organisierten Feier teil. Auch die Nationalratsabgeordneten Pia Maria Wieninger (SPÖ), Olga Voglauer (Grüne), die ehemalige grüne Justizministerin Alma Zadić, Kai Jan Krainer (SPÖ), dessen Parteifreund und Mandatar Paul Stich und Ex-Bundespräsident Heinz Fischer (ebenfalls SPÖ) nahmen an der Zeremonie teil.

Babler gratuliert auf Persisch

Auf Facebook schrieb Babler, es sei wichtig, daran zu erinnern, dass Newroz nicht alleine ein Fest darstelle, so der SPÖ-Chef. Es stehe auch für den “Kampf um Selbstbestimmung und Frieden”. Babler weiter (inklusive Gender-Sprache):

Und so viele – ob Menschen im Iran oder Kurd:innen in Rojava – können heute nicht in Frieden feiern. Sie müssen trauern, sie sind mit Angst, Gewalt und Unterdrückung konfrontiert. Wir stehen Seite an Seite mit allen Kurd:innen, Iraner:innen, Afghan:innen und allen, die heute und an jedem einzelnen Tag für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte einstehen.

Auf Farsi ergänzte er (Übersetzung von unzensuriert):

Ich wünsche allen Iranerinnen und Iranern ein frohes und hoffnungsvolles Neujahrsfest (Newroz). Meine Gedanken sind bei all jenen, die heute nicht in Frieden feiern können – bei Menschen, die um den Verlust geliebter Angehöriger trauern oder in Angst leben. Ich hoffe, dass dieses neue Jahr ihnen allen mehr Frieden, mehr Gerechtigkeit und mehr Freiheit bringt.

Newroz-Fest heiß diskutiert

Heute steht Newroz auch für den kurdischen Kampf um Selbstbestimmung – besonders relevant für Kurden in Rojava, Iraner unter Repression oder Afghanen. Organisationen wie die linksextreme PKK nutzen es für Mobilisierung. Newroz-Feiern werden in Ländern wie der Türkei regelmäßig verboten oder stehen unter strenger Polizeikontrolle, da Behörden sie als Plattform für PKK-Propaganda und Separatismus einstufen – dies führte bereits zu Massenfestnahmen, Tränengaseinsätzen und gewaltsamen Auseinandersetzungen. Kritiker werfen dem Fest vor, dass es bewusst politisch instrumentalisiert wird und zu Krawallen eskaliert.

In Hannover wurden Newroz-Veranstaltungen mehrfach verboten, vor allem 2018: Die Polizei sah im Veranstalter eine PKK-nahe Organisation und kündigte Verbote an, da sie PKK-Symbole und Propaganda befürchtete – der Verein zog daraufhin Anmeldungen zurück.

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