Auf der Broad Street in Birmingham tobt in den frühen Morgenstunden des 21. Juni ein handfester Streit. Drei schwarze Männer gehen auf den 20-jährigen Cody Harper los. Schläge und Schubser prasseln auf den jungen Weißen ein. Ein Video fängt den Moment ein – und was danach passiert, sorgt seither für landesweite Empörung.
Die Szene im Video
Harper steht im Clinch mit der Gruppe. Er wird attackiert, taumelt unter den Hieben. Plötzlich erscheint eine weibliche Polizeibeamtin. Anstatt die drei Angreifer zu stellen, stürzt sie sich auf Harper. Sie drängt ihn gegen einen Rollladen, ringt mit ihm. In der Hitze des Gefechts schlägt Harper aus – und trifft die Beamtin. Prompt wird er festgenommen und wegen Angriffs auf eine Polizeikraft angeklagt. Die drei anderen Männer reden kurz mit den Beamten – und dürfen gehen.
Polizei bagatellisiert zunächst den Vorfall
Die West Midlands Police gibt zunächst einen knappen Bericht heraus. Officers hätten eine Gruppe von Männern beim Kämpfen angetroffen. Bei der Deeskalation sei eine Beamtin geschlagen worden. Ein Mann – Cody Harper – werde festgenommen und angeklagt. Von einem einseitigen Angriff auf Harper ist in der ersten Version nicht die Rede. Das Video zeigt etwas anderes.
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Weitere InformationenReform-Politiker schlägt Alarm
Der rechtskonservative Reform-UK-Abgeordnete Robert Jenrick kritisierte den Vorgang vehement:
Es ist baffling, dass die Polizei den angegriffenen jungen weißen Mann festnimmt und nicht jene, die ihn attackiert haben(…) Die Öffentlichkeit wird zu Recht die ungleiche Behandlung durch die Polizei hinterfragen. Die Polizei hat in den Augen vieler das Vertrauen verloren. Die Leute haben genug von Zwei-Tier-Policing.
Erst nach viralem Druck: Ermittlungen gegen die Täter
Das Video verbreitet sich rasend schnell in den sozialen Medien. Der Aufschrei wird laut. Daraufhin rudert die Polizei zurück. Sie gibt zu, dass ein Angriff auf Harper stattgefunden hat, und startet nun aktive Ermittlungen, um die drei Männer zu identifizieren. Harper bleibt dennoch angeklagt und muss am 23. Juli vor dem Birminghamer Magistrates’ Court erscheinen.
Henry Nowak war kein Einzelfall
Der Fall reiht sich ein in eine wachsende Serie von Vorfällen, die den Vorwurf einer antiweißen Vorgehensweise der britischen Behörden befeuern. Erst vor wenigen Monaten starb der 18-jährige Henry Nowak in Southampton nach einem Messerangriff – Polizisten legten ihm sterbend Handschellen an, während der Täter zunächst als vermeintliches Opfer behandelt wurde. Bodycam-Aufnahmen und laufende Ermittlungen gegen die Beamten wegen Fehlverhaltens sorgten landesweit für Empörung. Die Aufnahmen aus Birmingham zeigen das gleiche Muster: Einheimische Bürger erleben zunehmend, dass bei Konflikten mit Zugewanderten andere Maßstäbe gelten.
