Die Wiener Festwochen, einst ein Aushängeschild für Kunst und Kultur in Österreichs Hauptstadt, stehen erneut im Kreuzfeuer der Kritik.
Kultur als politische Bühne
Unter der Intendanz des Schweizer Regisseurs Milo Rau, bekannt für seine politischen Provokationen und sein umstrittenes Agitprop-Theater, droht das einst renommierte Festival endgültig zur Bühne linker Agitation zu verkommen, kritisieren die Wiener FPÖ-Politiker Stefan Berger und Lukas Brucker.
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Weitere InformationenWährend bei anderen Kultur-Institutionen der Rotstift angesetzt wird, bleibt für Raus Festwochen das Füllhorn des Wiener Kulturbudgets weit geöffnet. Wieder fließen rund 14 Millionen Euro Steuergeld in ein Programm, das vor allem eines zu sein scheint: eine politische Missionierungs-Plattform im Sinne linker Gesellschaftspolitik.
Eskalation im Herbst 2025
Doch Rau ist auch bei den mächtigen Wiener Roten nicht unumstritten. Erst im Oktober hatte er in einem offenen Brief Israel scharf angegriffen, von Völkermord in Gaza gesprochen und andere Künstler öffentlich zu anti-israelischer Haltung aufgerufen.
Eine Einstellung, die nicht zur offiziellen Linie der SPÖ passt. Denn sie hat erst vor Weihnachten einen Boykott Israels beim Eurovision Song Contest (ESC) 2026 in Österreich abgelehnt.
Gespaltene Rote
Während die linke Parteispitze – allen voran Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler – Raus Agitationskurs verteidigt und sich offen mit anti-israelischen Künstlergruppen solidarisiert, gibt es einen starken pro-israelischen Flügel in der SPÖ. Raus Positionen sind also keineswegs nur ein kulturpolitisches, sondern längst ein parteiinternes Problem der Sozialdemokratie.
Wer ist Milo Rau?
Rau, geboren 1977 in Bern, inszeniert sich gern als internationaler Theater-Aktivist und Grenzgänger, der aus seinem politischen Sendungsbewusstsein kein Hehl macht. Ob als Gründer des „International Institute of Political Murder“ oder als Gastdozent für „soziale Plastik“ – Rau zelebriert die Vermischung von Kunst und linker Politik, ob in Afrika, Lateinamerika oder nun in Wien.
Seine Stücke – oft als „Skandaltheater“ beschrieben – überschreiten bewusst die Grenzen. Selbst in den linken Feuilletons wird Rau als „multifunktionale Ich-AG“ (Magnus Klaue auf nachtkritik.de) kritisiert. Ulrich Morgenstern, Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission des Österreichischen Volksliedwerks nennt Rau „Regisseur mit begrenzter historischer Bildung“.
Freunderlwirtschaft statt Verantwortung
Die politische Verantwortung für das kulturpolitische Desaster trägt letztlich die Wiener SPÖ, die Rau mit Millionen fördert, während bei traditionsreichen Häusern wie den Vereinigten Bühnen Wien brutal gespart wird.
„Dass ein Intendant sich offen als politischer Aktivist inszeniert und dafür auch noch mit Millionen an Steuergeld belohnt wird, während die zuständige Stadträtin dieses Treiben aktiv unterstützt, ist ein kulturpolitischer Offenbarungseid. Das ist nichts anderes als Freunderlwirtschaft auf Kosten der Wiener“, so Berger und Brucker.
