In Berlin will man härter gegen die Vermüllung vorgehen. Zumindest wird das derzeit kurz vor den Wahlen im September behauptet. Doch außer einer kopierten Idee hat man nicht viel vorzuweisen.

14. April 2026 / 13:15 Uhr

Fragwürdige Idee zur Müllbeseitigung: Urlauber sollen Dreck wegräumen

Berlin ist nicht nur die Hauptstadt der BRD, sondern auch die “Müllhauptstadt”. Jedenfalls wird sie von der B.Z. so genannt und wer durch Berlin spaziert und all die Müllhaufen sieht, muss der Zeitung leider zustimmen. Jetzt hatte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) aber eine Idee.

Idee in Berlin nicht umsetzbar

Gut, wenn man es genau nimmt, hatten die Dänen eine Idee und Giffey hat die Idee übernommen. Kennt man ja von ihrer Doktorarbeit, weswegen ihr der Titel auch aberkannt wurde. Aber die Idee selbst ist an sich ja nicht schlecht. “Ähnlich wie beim dänischen ‘CopenPay’ werden derzeit Kooperationspartner für Putz-Urlaub an und auf Berliner Gewässern gesucht. (Dänemark lockt die fleißigen Touristen mit Gratis-Eintritt, Führungen, einem Cocktail oder Kaffee.)”, erklärte die B.Z. Nur müssen solche Partner erstmal gefunden werden, was an sich schon schwierig sein wird, denn Berlin ist weiß Gott nicht Kopenhagen. Problematisch wird das Ganze auch durch die Tatsache, dass sowohl die Berliner als auch diejenigen, die freiwillig Urlaub in Berlin machen, eine ganz andere Mentalität als die Dänen und diejenigen, die in Dänemark Urlaub machen, haben.

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Wer in einem Land wie Dänemark lebt oder Urlaub macht, der will in der Regel in einem sicheren, sauberen Staat entspannen, in dem die Sozialdemokraten rechts von der deutschen AfD stehen. Wer in Berlin lebt oder Urlaub macht, ist in der Regel ganz anders drauf, um es mal nett zu formulieren. Das dänische Modell ist also gut, aber eben für Dänemark. Für Berlin ist es eher fragwürdig. Die Stadt ist krimineller als ganz Polen zusammengenommen. Hier sammelt niemand für Gratis-Eintritt irgendwelchen Müll; man klettert über Zäune oder schleicht sich an den Wachleuten vorbei. Hier kaufen die Leute keinen Kaffee oder Cocktail; sie klauen das Zeug oder prellen die Zeche im Lokal.

Müll-Sherrifs dokumentieren die Vermüllung

Zwar wurden parallel zu Giffeys kopierter Idee die Bußgeldstrafen erhöht, aber die Ordnungsämter oder Polizisten in Berlin hüten sich in der Regel bei den meisten Müll auf den Boden werfenden Leuten, sie anzusprechen. Schließlich möchte man nicht wegen einem weggeworfenen Plastikbecher abgestochen werden. Auch eine Verpackungssteuer ist im Gespräch, aber diese wird nichts tun, außer die wenigen ehrlichen Berliner zu belasten, die ihre Lebensmittel im Supermarkt noch brav bezahlen.

In Berlin gibt es 68 sogenannte Müll-Sherrifs. Doch wozu sind diese Leute gut? Zwei von ihnen kontrollieren beispielsweise laut B.Z. täglich die “13 Müll-Hotspots mit Bauabfällen, Matratzen, Elektrogeräten” in Neukölln. Gebracht hat es nichts, aber die Steuerzahler dürften für diese Sherrifs bezahlen. Natürlich nicht die in Berlin, denn die Hauptstadt trägt nichts bei; sie frisst nur. Würde Athen morgen in eine Parallelwelt verschwinden, würde das Bruttoinlandsprodukt von Griechenland um 18,9 Prozent sinken. Würde Berlin sich verabschieden, hätte Deutschland einen Bruttoinlandsproduktsanstieg um 0,2 Prozent. Ein Leser fasste das Ganze sehr gut mit den folgenden Worten zusammen: “In Berlin sorgt die Umerziehung dafür, dass man mit den Problemen leben (und dafür bezahlen) muss, anstatt die Probleme – wie in den Gesetzen geschrieben – zu lösen.” Dem ist nichts hinzuzufügen.

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