Auch in der CDU-Basis gärt es wegen der Neuauflage der Großen Koalition gewaltig. Der langjährige, scheidende Sicherheitssprecher der Christdemokraten, Wolfgang Bosbach, bringt es auf den Punkt: Die Überlassung des Finanzministeriums an die SPD sei ein schwerer Fehler. Mit dem Außenamt, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Finanzministerium hätten die deutschen Sozialdemokraten als 20-Prozent-Partei die zentralen Ressorts in der künftigen Bundesregierung.
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Mit dieser Ressortverteilung zahle die CDU laut Bosbach einen zu hohen Preis für eine Wiederauflage der Großen Koalition unter Langzeitbundeskanzlerin Angela Merkel. Bosbach verstehe diese Fehlentscheidung nicht.
SPD-Finanzminister könnte Schuldenunion umsetzen
Bosbach, der neben der Sicherheitspolitik auch als Finanzpolitiker jahrelang in der CDU/CSU-Fraktion eine führende Rolle gespielt hat, zählt zu jenen konservativen CDU-Protagonisten, die bei einem SPD-Finanzminister insbesondere auch die Umsetzung einer Schuldenunion auf EU-Ebene fürchten. Vor allem Frankreich und die EU-Südstaaten von Griechenland bis Portugal würden in Zukunft Deutschland und die Deutschen sehr gerne für ihre Schulden ohne Schranken haften lassen.
Bosbach und sein Kreis leisteten 2012/2013 auch gegen den ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) und die “Willkommenskultur” von Angela Merkel heftigen innerparteilich Widerstand. Dies führte auch dazu, dass der CDU-Abgeordnete bei der Bundestagswahl 2017 nicht mehr antrat.



