Frankreich brennt: Sachbeschädigungen, Gewalt gegen Polizisten und Schulbeamte und auf den Bildern sieht man vor allem Einwanderer auf den Straßen. Die linke Partei La France Insoumise (LFI) unter Jean-Luc Mélenchon stellt sich demonstrativ hinter die Demonstranten. LFI-Politiker besuchen aktiv die Schulblockaden, die Regierung will über Geheimdienstinformationen verfügen, wonach die Linken die Proteste angezettelt hätten.
Abstimmung mit den Füßen
Die Mehrheit der Franzosen ordnet die Unruhen nicht, wie in den Medien dargestellt, als Schülerproteste ein. Eine neue Umfrage sieht die Kandidatin des rechten Rassemblement National, Marine Le Pen, bei der Präsidentschaftswahl 2027 jetzt deutlich in Führung.
Ihr rechter Herausforderer Eric Zemmour von der Partei Reconquête erklärte: „Wir haben es hier mit dem Kampf der zwei Frankreiche zu tun, das eine, dessen christliche Jugend jubelnd den Papst empfangen habe, und das andere, das “arabo-muslimische Frankreich der Banlieues„.“
Einwanderung und linke Mobilisierung im Fokus
Die Franzosen können die Veränderungen in ihrer Heimat damit nicht länger ignorieren – und stärken als Antwort darauf die rechten Parteien, die sich gegen die Überfremdung richten.
Laut einer Umfrage vom Dienstag würde Le Pen in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl zwischen 35 und 37 Prozent Zustimmung erreichen.
Fast doppelt so viel wie der linke Konkurrent
Damit liegt sie deutlich vor ihren wichtigsten Konkurrenten. Jean-Luc Mélenchon kommt auf 18 bis 19 Prozent. Édouard Philippe, früherer Ministerpräsident des derzeitigen Präsidenten Emmanuel Macron, auf 13 Prozent, der Sozialdemokrat Raphaël Glucksmann auf zehn Prozent und Gabriel Attal, ein weiterer Nachfolger als Ministerpräsident Macrons, lediglich auf fünf Prozent, gleich viel wie Zemmour.
51 Prozent der Franzosen halten Le Pen für eine geeignete Präsidentin – sechs Prozentpunkte mehr als vor den Unruhen. 54 Prozent trauen ihr zu, ihre politischen Versprechen einzuhalten.
Die Wahl 2027 wird zur Richtungsentscheidung
Bis zur französischen Präsidentschaftswahl bleiben rund acht Monate. Sie dürfte zur Entscheidung werden zwischen „dem neuen Frankreich“ („La Nouvelle France“), einem Slogan von Mélenchon, und dem „ewigen Frankreich“, einem Begriff der politischen Rechten, der eine französische Ur-Identität zugrunde liegt.
Derzeit würde sich die Mehrheit deutlich für ein rechtes Frankreich entscheiden.
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