In der Altstadt der norditalienischen Stadt Modena ist am gestrigen Samstagnachmittag ein Auto in eine Gruppe von Fußgängern gerast und hat acht Menschen verletzt, darunter vier schwer. Der Fahrer, ein 31-jähriger Marokkaner, wurde unmittelbar festgenommen. Laut Behörden besteht keine weitere Gefahr für die Öffentlichkeit.
Acht Verletzte, darunter Deutsche und Polen
Nach Angaben des Bürgermeisters von Modena, Massimo Mezzetti, wurde der Vorfall in einer belebten Straße im historischen Zentrum von Überwachungskameras erfasst. Der Kleinwagen raste mit hoher Geschwindigkeit auf den Gehweg und erfasste mehrere Passanten, bevor er in ein Schaufenster krachte. Unter den Verletzten befinden sich Medienberichten zufolge auch eine deutsche Touristin sowie eine polnische Staatsbürgerin. Eine Frau wurde besonders schwer verletzt und verlor nach Angaben italienischer Medien beide Beine.
Marokkaner griff mit Messer Passanten an
Nach dem Aufprall stieg der Mann mit einem Messer in der Hand aus dem Fahrzeug und attackierte einen Passanten, der ihn aufhalten wollte. Mehrere Zeugen verfolgten den Verdächtigen, überwältigten ihn schließlich und hielten ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Videoaufnahmen und Augenzeugenberichte zeigen dramatische Szenen. Ein Passant berichtete im italienischen Fernsehen, er habe sich zu Boden geworfen, als das Auto auf ihn zuraste. Anschließend habe er den Fahrer trotz einer Kopfverletzung gestellt, woraufhin dieser mehrfach mit dem Messer auf ihn eingestochen habe.
Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich Medienberichten zufolge um einen 31-jährigen Marokkaner mit italienischer Staatsangehörigkeit. Er wurde in Bergamo geboren und lebt in der Provinz Modena.
Terroristischer Hintergrund nicht ausgeschlossen
Die Präfektin von Modena, Fabrizia Triolo, erklärte, es sei derzeit noch unklar, ob ein terroristisches Motiv vorliege. Weder Drogen noch Alkohol seien im Körper des Fahrers nachgewiesen worden; die Hintergründe müssten noch umfassend aufgeklärt werden. Die Wohnung des Mannes in der Nähe von Modena wurde von der Polizei durchsucht. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Geprüft werden mehrere Delikte, darunter schwere Körperverletzung und möglicherweise versuchter Mord.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete den Vorfall als „äußerst schwerwiegend“ und dankte den Bürgern, die den Fahrer mutig überwältigt hatten. Auch Bürgermeister Mezzetti und der Präsident der Region Emilia-Romagna betonten, dass die Bevölkerung trotz der schockierenden Ereignisse ruhig bleiben solle. Eine weitere Gefahr bestehe nicht.
POLITISCHE ANZEIGE der Fraktion Europa souveräner Nationen (ESN). Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung



