Yuliia Mendel, einstige Pressesprecherin des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, hat in einem ausführlichen Interview mit dem US‑Journalisten Tucker Carlson schwere Vorwürfe erhoben: Teilnehmer der Verhandlungen in Istanbul 2022 hätten ihr berichtet, Selenskyj habe dort persönlich zugestimmt, den Donbass abzutreten, bevor er seine Position öffentlich änderte.
Regierung weißt Vorwürfe zurück
Diese Darstellung wurde vom Präsidialamt umgehend zurückgewiesen, das zudem darauf verwies, Mendel sei nicht in die Verhandlungen eingebunden gewesen. Analysen des Istanbul‑Kommuniqués betonen, dass die heiklen Fragen zum Donbass und Krim offen gelassen und für direkte Gespräche zwischen Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorbehalten wurden, sodass aus dem öffentlichen Dokument kein verbindliches Gebietstausch‑Zugeständnis hervorgeht.
Selenskyj unberechenbar und schwer steuerbar
Über die Istanbul‑Behauptung hinaus zeichnete Mendel ein negatives Bild von Selenskyjs persönlichem Führungsstil: Sie nannte ihn unberechenbar, emotional schwer steuerbar und einen Faktor, der Friedensbemühungen behindere; außerdem warf sie dem Umfeld des Präsidenten weit verbreitete Korruption und informelle Barzahlungen vor. Mendel berichtete ferner, dass Kritiker mit Front‑Versetzungen bestraft worden seien, und sprach von einer humanitären Lage in der Ukraine, die sie als “inhuman” und die Nation als “am Rande des Aussterbens” bezeichnete.
Bisher keine unabhängigen Belege
Das Präsidentenbüro verwies auf Mendels lange Abwesenheit bei Entscheidungsprozessen, ukrainische Regierungskreise forderten eine genaue Prüfung der Aussagen in diversen Medien. Westliche Regierungen und Nato‑Partner zeigen sich zurückhaltend und mahnen zur Verifikation unabhängiger Belege. Bisher gibt es keine öffentlich zugänglichen Verhandlungsprotokolle oder bestätigenden Aussagen anderer unmittelbar beteiligter Delegierter, die Mendels zentrale Behauptung über ein persönliches Zugeständnis Selenskyjs in Istanbul belegen würden; das offizielle Istanbul‑Kommuniqué wird von Experten als absichtlich vage in Fragen der territorialen Souveränität bewertet, mit dem Ziel, Raum für weitere bilaterale Gespräche zu lassen.
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