Pauline Hansons rechte Partei „One Nation“ konnte zum ersten Mal ein Mandat im australischen Repräsentantenhaus erringen.

10. Mai 2026 / 19:26 Uhr

Rechtspartei One Nation zieht erstmals in Repräsentantenhaus ein

Pauline Hansons rechte Partei „One Nation“ hat bei der Nachwahl im südostaustralischen Wahlkreis Farrer am gestrigen Samstag erstmals einen Sitz im australischen Repräsentantenhaus gewonnen. Die Partei, bislang vor allem im Senat präsent, durchbrach damit den seit 77 Jahren ununterbrochenen Anspruch der bürgerlichen Koalition aus Liberals und Nationals auf dieses ländlich geprägte Wahlkreisgebiet in New South Wales und markierte einen dramatischen Einschnitt in der australischen Parteienlandschaft.

Sensationssieg in einer Koalitionshochburg

Der Kandidat von One Nation, David Farley, sicherte sich den Wahlkreis mit rund 14.000 Stimmen Vorsprung, nachdem mehr als 80 Prozent der Stimmzettel ausgezählt worden waren. Getragen von starker Unterstützung in den ländlichen Regionen lag Farleys Erststimmenanteil bei etwa 40 Prozent. Die unabhängige Kandidatin Michelle Milthorpe folgte mit rund einem Viertel der Stimmen, während die Kandidaten der Liberals und Nationals jeweils nur knapp über neun Prozent erreichten und damit nahezu vollständig aus dem Wettbewerb gedrängt wurden.

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Farrer, ein Wahlkreis, der die Stadt Albury und weite Teile des Südwestens von New South Wales umfasst, wurde seit seiner Gründung von der Koalition gehalten und seit einem Vierteljahrhundert von der Liberal Party vertreten. Die Nachwahl wurde durch den Rücktritt von Sussan Ley ausgelöst, der ehemaligen Vorsitzenden der Liberal Party. Sie hatte ihren Abschied aus dem Parlament im Februar angekündigt, nachdem sie in der Opposition von Angus Taylor als Parteichefin abgelöst worden war. Ley reagierte auf den Verlust mit einem Appell zur Bescheidenheit, während Taylor deutlich machte, dass die Partei ihre Strategie in den ländlichen Gebieten grundlegend überdenken müsse.

Einbruch der Liberalen und die Macht der Regionen

Die Wahl in Farrer bedeutete einen historischen Einbruch für die Liberal Party: Im Vergleich zur Parlamentswahl 2025 verlor sie mehr als 31 Prozentpunkte bei den Erststimmen. Die Wahlbeteiligung war hoch, doch die Enttäuschung über die traditionellen Parteien brachte One Nation in eine günstige Ausgangslage. Viele Wähler entschieden sich angesichts überlasteter Infrastruktur sowie Defiziten im Gesundheitswesen bewusst für die Protestpartei.

Sieg mit weitreichenden Folgen

Der Erfolg in Farrer setzt den Aufstieg von One Nation auf nationaler Ebene fort. Bei den Landtagswahlen in South Australia im März erzielte die Partei mehr als 21 Prozent der Stimmen und zog in mehrere Sitze ein – ein Ergebnis, das selbst strategische Planspiele der anderen Parteien überraschte. In nationalen Umfragen liegt One Nation derzeit zwischen 20 und 25 Prozent und ist damit zur drittstärksten politischen Kraft Australiens aufgestiegen.

Für die liberale Opposition ist das Ergebnis in Farrer ein drastischer Warnschuss. Bis zur nächsten australischen Parlamentswahl bleiben weniger als zwei Jahre Zeit, um die Loyalität in den ländlichen Regionen zurückzugewinnen. Die Labor-Regierung unter Premierminister Anthony Albanese dürfte die Schwäche der Koalition nutzen, während One Nation mit dem neuen Mandat versucht, sich von einer reinen Protestpartei zu einer ernstzunehmenden parlamentarischen Kraft weiterzuentwickeln.

Mehr Investitionen, weniger illegale Einwanderung

David Farley wird als erster direkt gewählter Abgeordneter von One Nation im Repräsentantenhaus den Sitz in Farrer mit einem klaren Auftrag antreten. Er vertritt die Forderungen vieler ländlicher Wähler nach stärkeren Investitionen in Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Schulen sowie nach einer restriktiveren Einwanderungspolitik.

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