Einen Tag, nachdem – wie berichtet – der Ministerrat den lukrativen EU-Posten für den Ex-Nationalratsabgeordneten Gerald Loacker (Neos) fix gemacht hat, hagelt es Kritik von allen Seiten. Am lautesten plärrt ausgerechnet die ÖVP, die offenbar vergessen hat, mit welchen Superjobs in der EU der famose Altkanzler Karl Nehammer und sein nicht minder grandioser Finanzminister Magnus Brunner versorgt worden sind.Â
Mehr Lohn als der Bundespräsident
Loacker soll also mit 1. August Mitglied des EU-Rechnungshofs werden und kolportierte 27.000 Euro Monatsgage haben. Damit verdient er mehr als Bundespräsident Alexander Van der Bellen (25.332 Euro). Der pinke Ex-Abgeordnete wird das Amt sechs Jahre lang ausüben können – also auch dann noch, wenn die Neos womöglich längst schon aus der Regierung gewählt wurden.
Schlagabtausch zwischen ÖVP und Neos
Die Kanzlerpartei hat gestern, Mittwoch, im Ministerrat grünes Licht für diesen „Postenschacher“ gegeben, weil die Neos dem Vernehmen nach gemäß des Koalitionspapiers ein Vorschlagsrecht für diesen pipifeinen EU-Posten haben. Umso mehr darf man sich wundern, dass es nur wenige Stunden nach der Einigkeit im Ministerrat zu einem Schlagabtausch der schwarzen und pinken Regierungspartei gekommen ist: ÖVP-Generalsekretär Nico Marchetti zeigte sich empört: „Eine qualifizierte, erfahrene Frau unterliegt im Hearing. Ein Parteigünstling wird inthronisiert“. Neos-Generalsekretär Douglas Hoyos sprach von einem “falschen Spiel” der ÖVP.
Hässliche Fratze der Günstlingswirtschaft
Die FPÖ attackierte in diesem Zusammenhang direkt Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger. „Die Maske ist gefallen und zum Vorschein kommt die hässliche Fratze der Günstlingswirtschaft, die Sie bei anderen immer so lautstark angeprangert haben“.
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