Bei den Grünen ist die Toleranzgrenze, was andere Meinungen betrifft, am geringsten.

18. April 2026 / 09:30 Uhr

Endlich „Schwarz auf Weiß“: Am intolerantesten sind die Grünen-Anhänger

Was viele längst wahrgenommen haben, bestätigt jetzt eine neue Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstituts Allensbach im Auftrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Toleranz nur ein Lippenbekenntnis

Die Bereitschaft, andere Meinungen zu akzeptieren, ist vor allem in bestimmten politischen Milieus überraschend gering.

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Besonders bei den Anhängern der Grünen. Mit 28 Prozent geben mehr als ein Viertel der Befragten aus diesem Lager an, sich häufig über Meinungen zu ärgern, die von der eigenen abweichen.

Jeder fünfte hat Probleme mit anderen Meinungen

Dies macht sie zur am wenigsten toleranten Gruppe aller befragten Parteianhänger.

Im Gegensatz dazu regt sich nur jeder Fünfte der Unionswähler (19 Prozent) oder der SPD-Wähler (18 Prozent) über abweichende Meinungen auf. Der Durchschnitt in der Bevölkerung liegt bei 21 Prozent.

Uni-Absolventen besonders intolerant

Die Allensbach-Umfrage, die vom 23. März bis zum 9. April 2026 unter 1.057 repräsentativ ausgewählten Personen in der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt wurde, wirft auch ein Licht auf den Zusammenhang zwischen Bildung und Toleranz. So gaben höher gebildete Personen häufiger an, Schwierigkeiten mit abweichenden Meinungen zu haben, als solche mit weniger formeller Ausbildung.

Ein offener Widerspruch zum Bild, das die Mainstream-Medien prägen, wonach die akademischen Elite besonders aufgeschlossen gegenüber anderen Positionen sei.

Sinkende Kommunikationsfähigkeiten

Ein weiterer interessanter Punkt der Umfrage betrifft die Wahrnehmung der eigenen Kommunikationsfähigkeiten. 39 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen in persönlichen Gesprächen schwerfällt, geduldig zuzuhören und sich zurückzuhalten. 17 Prozent berichteten, dass sie andere häufig unterbrechen.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht nur die Toleranz gegenüber anderen Meinungen, sondern auch die Fähigkeit zur konstruktiven Kommunikation insgesamt auf einem Tiefpunkt angekommen ist.

Verhärtung der Fronten

Die Umfrage wirft auch einen Blick auf das private Umfeld. 57 Prozent der Befragten gaben an, dass sie in ihrem Freundes- oder Familienkreis mit Personen zu tun haben, mit denen politische Gespräche schlicht nicht mehr möglich sind. Nur ein Drittel der Teilnehmer erlebte ihr privates Umfeld als offen für politische Debatten.

Die Gesellschaft zerfällt offenbar zunehmend in politische Lager, was den Dialog erschwert.

Irrtum über Interneteinfluss

Doch daran sind nicht das Internet oder die Sozialen Medien schuld, wie die Allensbach-Umfrage nachweist.

Denn die Annahme, dass das Internet Nutzer in abgeschottete Meinungsblasen treibt, in denen sie sich ausschließlich mit Gleichgesinnten austauschen, ist falsch. Tatsächlich sind die persönlichen, „analogen“ Freundeskreise der Befragten politisch homogener als die digitalen Netzwerke. In sozialen Medien begegnen viele Nutzer häufiger abweichenden Meinungen, als sie es in ihrem direkten sozialen Umfeld tun.

Internet als Chance

Dies legt nahe, dass das Internet keineswegs immer zu einer Isolation in einer politischen Blase führt, sondern vielmehr eine Plattform bietet, auf der unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen – auch wenn dies nicht immer zu einem produktiven Austausch führt.

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