Die Meldungen hatten international Aufsehen erregt: Wird El Salvadors Präsident Nayib Bukele, der für seinen kompromisslosen Kampf gegen die Bandenkriminalität bekannt ist, nun zehntausende Gefangene freilassen?
Klarstellung bei Pressekonferenz
Bei einer Pressekonferenz mit Costa Ricas Präsidentin Laura Fernández präzisierte der Präsident des mittelamerikanischen Landes gestern, Freitag, seine Pläne.
Bukele, der väterlicherseits palästinensischer Abstammung ist, wolle die Fälle von 10.629 Inhaftierten überprüfen, die als gelegentliche Unterstützer krimineller Banden eingestuft sind. Ungefähr die Hälfte könnte nach einer vorläufigen Einschätzung für das Resozialisierungsprogramm „Cero Ocio“ infrage kommen. Eine automatische Entlassung sei nicht vorgesehen. Über die Mitglieder der kriminellen Strukturen sagte er dagegen:
Kein Bandenmitglied wird freikommen. Niemals.
Wie die Zahl von 40.000 entstand
Den Hintergrund bildet die jahrelange Gewalt der sogenannten Maras. Vor Bukeles Amtsantritt lag die Mordrate bei 105 je 100.000 Einwohner.
Bukele rief zwei Jahre nach seiner Wahl den Ausnahmezustand aus und setzte Polizei und Militär gegen die Kriminellen ein, die in ein riesiges Gefängnis gesperrt wurden. Der Aufschrei der Linken, national und international, war gewaltig. Bis 2022 sank die Mordrate auf 7,8 je 100.000 Einwohner.
Vorbildwirkung bis nach Costa Rica
Doch der Erfolg spricht für sich. Und so besuchte Costa Ricas neue, rechte Präsidentin Laura Fernández Bukele, um El Salvadors Modell näher kennenzulernen. Deshalb nutzte Bukele ihren Besuch, um die falsche Interpretation seiner jüngsten Aussagen richtigzustellen.