„Auf nach Berlin! Ich liebe die deutsche Hauptstadt schon immer – und noch mehr, seit dort die Menschen eine linke Mehrheit gewählt haben“, schrieb Sebastian Bohrn Mena auf Facebook. Seine Ansicht wird getrübt: Sowohl die Journalistin Liv von Boetticher als auch der Publizist Peter Sichrovsky behaupten, dass die Linke einen „antisemitischen Wahlkampf“ geführt habe.
„Hysterischer Anti-Israel-Wahlkampf“
Peter Sichrovsky sagte in der ServusTV-Sendung „Links.Rechts.Mitte“, dass die Linke in Berlin muslimische Stimmen durch einen „hysterischen Anti-Israel-Wahlkampf“ gewinnen konnte. „Wenn also in Berlin am Wahlabend zwei Poster an die Wand geklebt werden, auf dem einen steht Mietkontrolle, auf dem anderen steht Free Palestine, praktisch identisch, gleich groß, dann ist das eine Botschaft, wo man genau weiß, dass sie ankommt“, so Sichrovsky. Es werde massiv eine anti-israelische Propaganda eingesetzt, um muslimische Wähler für sich zu gewinnen.
Nahost-Konflikt in Berlin
Die Journalistin und Buchautorin Liv von Boetticher verstärkte diese Sicht von Sichrovsky. „Ich hatte das Gefühl, dass in Berlin der Nahost-Konflikt gelöst werden sollte. Der Wahlkampf drehte sich hauptsächlich um die Palästinenser-Frage, wo sich die Linke sehr klar positioniert hat“, sagte Boetticher, die selbst in Berlin lebt. Die muslimische Bevölkerung in Vierteln, in denen 2023 noch grün gewählt worden wäre, sei komplett zu den Linken übergelaufen. Denn die Linke habe sich der Palästinenser-Frage nahezu verschrieben.
Clan-Boss strahlte über beide Ohren
Liv von Boetticher erzählte zudem, dass ein berüchtigter Clan-Boss auf der Wahlparty der Linken gewesen sei. Dieser, so die Journalistin, habe nach dem Wahlsieg der Linken über beide Ohren gestrahlt und zu Protokoll gegeben, dass er sich endlich von einer Partei vertreten, sich dort willkommen und aufgenommen fühle. Dieser Clan würde mindestens tausend Personen umfassen, ein Großteil davon sei Intensiv-Straftäter. Bei der Justiz gäbe es dafür schon eigene Sachbearbeiter, weil so viele Straftaten auf deren Konto gehen würden.
Machtergreifung der Rechtsextremen verhindern
Bohrn Mena schrieb in seinem Facebook-Beitrag, dass er sich mit Vorfreude auf den Weg nach Berlin mache, „um dort eine Reihe von Organisationen zu treffen und gemeinsam Pläne zu schmieden“. Es gehe darum, über Grenzen hinweg noch stärker zusammenzuarbeiten, um die Machtergreifung der Rechtsextremen zu verhindern.
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