Ein Preis, der sonst an Pflegerinnen und Ehrenamtliche geht, wandert nun an Altkanzlerin Angela Merkel.

27. August 2026 / 06:58 Uhr

Caritas ehrt Merkel für ihre Politik und Kanzlerschaft: Preis für „Menschlichkeit“

Die Caritas der Diözese Augsburg holt Alt-Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die Bühne. Die frühere Bundeskanzlerin (CDU) erhält den Elisabeth-Preis – die höchste Auszeichnung des Diözesanverbands. Offizielle Begründung: Haltung, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Solidarität und ein „respektvolles Miteinander“.

Merkel übernimmt persönlich

Bekanntgegeben hat das der Verband am Dienstag. Die Übergabe folgt am 25. September im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses in Bayern, der nach zwei Jahren Renovierung wiedereröffnet wird. Merkel nimmt den Preis persönlich entgegen.

„Gerade jetzt“ – und ausgerechnet sie

Diakon Markus Müller, Direktor des Caritasverbands für die Diözese Augsburg, lieferte die Kernformel. „Gerade jetzt braucht unser Land Menschen, die für Menschlichkeit und Miteinander stehen“, sagte er. Mit der Ehrung würdige die Caritas „die herausragenden Verdienste von Angela Merkel und ihr Wirken für Solidarität, Verantwortung und ein respektvolles Miteinander“. Die Heilige Elisabeth von Thüringen (1207–1231) gilt als Schutzpatronin der Caritas; der Preis trägt ihren Namen.

Preis wird zunehmend politisch aufgeladen

Was der Verband nicht sagt: Derselbe Preis ging bisher in der Regel an Leute aus dem eigenen Betrieb – Pflegedienstleitungen, Sozialstations-Vorstände, langjährige Caritas-Mitarbeiter. Verliehen wird er seit 2013, meist einmal im Jahr, als Urkunde plus Glasquader mit lasergestochener Elisabeth-Figur. Nun steht eine ehemalige Regierungschefin auf der Liste, deren Migrationspolitik anderen Institutionen bereits den UNESCO-Friedenspreis und den Nansen-Flüchtlingspreis des UNHCR eingebracht hat.

Publikum des politischen Establishments

Die Festrede hält die ÖRR-Journalistin Sarah Bosetti. Sie betreibt beim ZDF das Format Bosetti will reden! und hat unter anderem den Band „Wer Angst hat, soll zuhause bleiben!“ – Poesie gegen Populismus vorgelegt.

Als Gäste angekündigt sind Augsburgs Bischof Bertram Meier und Eva Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbands. Welskop-Deffaa, selbst CDU-Mitglied, tritt regelmäßig gegen schärfere Asylregeln und Abschiebe-Rhetorik auf. Zur „Stadtbild“-Debatte von Friedrich Merz sagte sie dem Stern, die Caritas sehe statt eines Stadtbilds den „Sozialraum“ und wolle „Begegnungsräume für alle“. Forderungen nach schneller Rückkehr syrischer Flüchtlinge nannte sie Populismus.

Der Festakt eröffnet zugleich die Caritas-Aktionstage rund um den Caritas-Sonntag 2026. Die Diözese Augsburg richtet die Zentralveranstaltung zur bundesweiten Herbstsammlung aus, Motto: „Zusammen geht was! Caritas verbindet Generationen.“ Erwartet werden Gäste aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Ehrenamt. Einen Monat später, am 1. Oktober, erhält Merkel in Kiel außerdem den Hermann-Ehlers-Preis der gleichnamigen CDU-nahen Stiftung.

Migrationsfanatiker ehren Migrationsfanatikerin

Die Caritas Augsburg selbst betreibt umfangreiche Migrationsarbeit. Nach Angaben des Bistums wurden 2024 rund 9.000 Menschen in der Migrations-, Flüchtlings- und Integrationsberatung betreut, die Aufwendungen lagen bei rund einer Million Euro. Dass ausgerechnet eine Protagonistin der offenen Grenzen geehrt wird, scheint aus dem Blickwinkel wenig überraschend.

Unterstützen Sie unsere kritische, unzensurierte Berichterstattung mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Teile diesen Artikel

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:

Politik aktuell

27.

Aug.

06:58 Uhr

Wir infomieren

Unzensuriert Infobrief

Unzensuriert Video-Empfehlung:
Die Kronenzeitung fragt sich, wie eine Volkskanzlerschaft aussieht, wir erläutern es gerne:
Klicken um das Video zu laden
Erst nach dem Klick wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.