In der BRD-Hauptstadt soll künftig mit KI-Videotechnik die Straßenkriminalität bekämpft werden. Ein Pilotprojekt soll noch in diesem Monat starten, teilte ein Sprecher der Innenverwaltung laut der Berliner Morgenpost mit. Zunächst soll das neue Sicherheitssystem am Kottbusser Tor getestet werden und später will man es auch an der Warschauer Straße einsetzen.
Fragwürdige Überwachung
Beide Orte gelten als kriminalitätsbelastet. Die neue Technik soll mit Hilfe von Kameraaufnahmen auffälliges Verhalten von Menschen erkennen und Alarm schlagen. Mit anderen Worten: Leute sollen schon kontrolliert werden, wenn sie sich seltsam benehmen. Das Problem ist nur, dass sich in Berlin so ziemlich jeder merkwürdig verhält. Ein Mensch, der sich wachsam umschaut, könnte ein Verbrecher sein, der gleich eine Tat begehen will. Er könnte aber ebensogut jemand sein, der weiß, wie gefährlich Berlin ist und sich deswegen wachsam umschaut, um nicht Opfer eines Kriminellen zu werden. Und wegen seiner berechtigten Vorsicht wird er dann von der Polizei Hops genommen.
Aber natürlich behauptet die SPD, dass diese orwellsche Überwachung ganz anders läuft. Berlins sozialdemokratische Innensenatorin Iris Spranger sagte, dass es dabei angeblich nicht um biometrische Identifizierung von Gesichtern gehen werde. “Das Gesicht wird nicht erkennbar sein. Es geht um die Bewegungsabläufe”, behauptete die Innensenatorin. “Wenn jemand zusammengeschlagen wird, sind das ja keine normalen Bewegungsabläufe. Und die KI kann das identifizieren.”
Kosten für den Steuerzahler: 4,6 Millionen
Die Beamten würden nach Aussage Sprangers lediglich schematische Strichmännchen und deren Bewegungen sehen. Einsatzkräfte müssten dann urteilen, ob eine mögliche Straftat vorliege. “Die KI weist darauf hin, dass etwas ungewöhnlich sein könnte. Was dann zu tun ist, entscheidet aber ein Mensch”, versprach Spranger. Die neue Technologie soll zwischen 2025 und 2030 knapp 2,5 Millionen Euro kosten. Zusätzlich sollen noch 2,1 Millionen Euro Betriebskosten anfallen. Billiger wäre eine einfache Kameraüberwachung, sowie die Abschiebung krimineller Migranten.
Grüne und Linke haben übrigens Bedenken wegen dem Projekt. Sie kündigten eine Klage an. Grund ihrer Sorge ist laut Golem, dass “für Personen mit atypischem Verhalten, etwa Suchtkranke, das Diskriminierungsrisiko steige, da sie fälschlicherweise in den Fokus der Polizei geraten könnten”. Man sorgt sich also um die Suchtkranken; wie nett. Um die Opfer von Beschaffungskriminalität, die ihre Läden übrigens mit Überwachungskameras ausgestattet haben, sorgt man sich nicht. Und auch nicht darum, der Täter habhaft zu werden. Aber wenn die KI, die angeblich noch nicht in der Lage ist, Gesichter zu erkennen, irgendwann Gesichter analysiert, dann gewiss nicht die von echten Kriminellen, sondern die von Regierungskritikern.
