In Österreich arbeiten rund 192.000 Menschen in der Fahrzeug- und Zulieferindustrie – bald droht dort der Kahlschlag.

16. Juli 2026 / 09:21 Uhr

Studie: Europas Autoindustrie könnte 726.000 Arbeitsplätze verlieren

Bis zu 726.000 Arbeitsplätze in der Autoindustrie drohen laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation bis 2040 verloren zu gehen.

Fast jeder zweite Arbeitsplatz betroffen

Bereits bis 2030 rechnen die Studienautoren, wie das Magazin Politico berichtet, mit einem Rückgang von 375.000 Arbeitsplätzen. Bis 2035 könnte die Zahl auf 660.000 steigen.

Im vergangenen Jahr arbeiteten in den untersuchten Bereichen der europäischen Wertschöpfungskette rund 1,6 Millionen Menschen; die Wertschöpfung wurde auf etwa 250 Milliarden Euro beziffert.

Abhängigkeit von Drittstaaten

Die Forscher warnen vor einer zunehmenden Abhängigkeit Europas von Drittstaaten bei Schlüsseltechnologien. Als Gegenmaßnahme wird eine breitere technologiepolitische Strategie genannt. Ein alleiniger Fokus auf einzelne Antriebsformen könne industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung in Europa zusätzlich unter Druck setzen.

Österreichs Industrie ist eng verflochten

Von diesen Entwicklungen wird Österreich massiv betroffen werden. Denn rund 190.000 Menschen arbeiten in der Branche. Rund 900 Zulieferbetriebe gehören zum Sektor, die Exportquote liegt bei etwa 87 Prozent.

Damit hängt die heimische Industrie stark an der Nachfrage und an Produktionsentscheidungen internationaler Fahrzeughersteller.

Regierung bleibt auf Klimakurs

Erst vor zehn Tagen hatten Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) bei Magna in Graz auf die Bedeutung der Branche hingewiesen. Hattmannsdorfer sprach sich für Technologieoffenheit aus, blieb aber bei der Klimastrategie: Neben der Elektrifizierung sollten aus seiner Sicht auch CO₂-neutrale Kraftstoffe sowie Wasserstoff in geeigneten Einsatzbereichen berücksichtigt werden.

Streit um Regeln für saubere Antriebe

Anfang Juni forderten sieben EU-Mitgliedstaaten, nämlich Dänemark, Frankreich, Spanien, Portugal, die Niederlande, Luxemburg und Schweden, den „ehrgeizigen Kurs“ zugunsten von Elektroautos beizubehalten. Hintergrund waren Forderungen aus der Bundesrepublik Deutschland zu weiteren Lockerungen beim Verbrenner-Aus.

Die Fraunhofer-Studie erhöht den Druck, radikal neu zu denken und echte Technologieoffenheit zu gewähren.

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